Zum 15. Jahrestag des ausländerfeindlichen Brandanschlags von Solingen hat das Zentrum für Türkeistudien (ZfT) eine entschiedenere Integrationspolitik gefordert. Auch wenn die politisch Verantwortlichen inzwischen auf der Bundesebene die Notwendigkeit einer aktiven Integrationspolitik erkannt hätten, bleibe vieles noch Stückwerk, kritisierte ZfT-Direktor Faruk Sen am Mittwoch.
Insbesondere stehe es noch aus, die Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit als selbstverständlichen Bestandteil von Integrationspolitik zu sehen. «Und es gilt, Glaubwürdigkeit in der Migrantencommunity zu gewinnen, indem man etwa Islam- und Integrationskonferenz dem Verdacht entzieht, nur auf Außenwirkung zu setzen», sagte Sen weiter. Dies gelinge, wenn man sich vor allem auch um die alltäglichen Fragen des Zusammenlebens kümmere - wie etwa den eingeschränkten Familiennachzug oder die Unmöglichkeit der doppelten Staatsangehörigkeit.
Bei einem der schlimmsten fremdenfeindlichen Anschläge in der Geschichte der Bundesrepublik starben am 29. Mai 1993 zwei türkischstämmige Frauen und drei Mädchen. Anhänger der Skinheadszene hatten das Haus in der Unteren Wernerstraße in Brand gesteckt. Mehrere andere Mitglieder der Großfamilie überlebten teilweise mit schwersten Brandverletzungen.
