Tokio - Wie die Netzeitung in ihrer heutigen Ausgabe berichtet, ist es der japanischen Polizei durch Internet-Recherchen gelungen neun Selbstmorde zu vereiteln. Die Suizidversuche waren von den Beteiligten via Web-Foren verabredet worden. Die Online-Beiträge wurden im Rahmen zweimonatiger Ermittlungen von den Fahndern aufgefunden.
In Japan ist man angesichts der hohen Selbstmordrate für derartige Aktivitäten im Internet sensibilisiert. So sind Provider beispielsweise sogar per Gesetz dazu verpflichtet, den Behörden entsprechende "Suizid-Seiten" zu melden. Die japanische Polizei betreibt aber auch von sich aus Recherchen und geht regelmäßig auf Internet-Streife - und das nicht zu unrecht: Denn allein für den Monat August konnten 75 Selbstmorde ermittelt werden, die ihren Ursprung im Internet hatten.
In Deutschland sind derartige Suizid-Foren weder strafbar noch meldepflichtig, obwohl Experten beständig vor deren negative Auswirkungen auf suizidgefährdete Personen warnen. Als einzige Anlaufstelle zählt hierzulande nur der Provider-Verband "no abuse in internet" (naiin), der unter www.naiin.org eine entsprechende Meldestelle unterhält.
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