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27. November 2008

Taxi - Hoher Preis bürgt nicht für Qualität



München - Schlechte Noten für viele Taxifahrer in deutschen Großstädten: Jeder fünfte erhielt bei einem Test im Auftrag des ADAC nur die Bewertung «mangelhaft» oder «sehr mangelhaft». Der Automobilclub kritisierte bei der Vorstellung der Ergebnisse am Mittwoch unter anderem Fahrstil und Verhalten der Fahrer. Teilweise seien sie gerast und zu dicht aufgefahren, hätten rote Ampeln und Einbahnstraßen missachtet oder während der Fahrt ohne Freisprechanlage telefoniert. Am besten schnitten die Nürnberger Taxifahrer aus, am schlechtesten die Frankfurter.

Auch Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft ließen den Angaben zufolge teilweise deutlich zu wünschen übrig. So hätten Fahrgäste das Gepäck teilweise selbst einladen müssen. Ein Fahrer habe sich über einen kurze Fahrtsrecke so sehr geärgert, dass er seinen Stift durchs Taxi geworfen habe, berichtete der ADAC. Mit jedem zehnten Fahrer sei zudem die Verständigung wegen mangelnder Deutschkenntnisse schwierig gewesen.

In der Gesamtbewertung der 200 Fahrten in zehn deutschen Großstädten, in die auch der Zustand der Taxen sowie die Routentreue und die Tarifordnungen einflossen, fiel jede achte Fahrt durch. Als häufigste Mängel identifizierte der ADAC, dass der Fahrerausweis beziehungsweise die Tarifübersicht nicht oder nur schlecht sichtbar gewesen seien. In 55 Prozent aller Fälle sei zudem eine Zahlung mit Kreditkarte nicht möglich gewesen. Dahinter folgen in der Häufigkeit Tempoüberschreitungen (16 Prozent) und Verkehrsverstöße (11 Prozent).

Insgesamt sei das Taxigewerbe trotzdem besser als sein Ruf, erklärte der Automobilclub. 70 Prozent aller Fahrten seien mit «gut» oder «sehr gut» bewertet worden. Zudem sei vielen Fahrern für ihre Auskünfte über Restaurants und Sehenswürdigkeiten ihrer Stadt ein großes Lob auszusprechen.

Fahrzeuge in guten Zustand aber manchmal dreckig

Positiv fiel das Ergebnis im Bereich «Routentreue und Tarif» aus. Nicht einmal bei jeder zehnten Fahrt sei hier etwas zu bemängeln gewesen. So hätten die Taxifahrer nur sehr selten Umwege gemacht. Allerdings seien die Gebührenordnungen der einzelnen Städte unterschiedlich und teilweise verwirrend.

Auch Zustand und Ausrüstung der Fahrzeuge schnitten gut ab. Hier wurden nur bei elf Prozent der Fahrten schlechte Bewertungen vergeben. Allerdings hätten nicht wenige Fahrzeuge schon länger keinen Staubsauger mehr gesehen.

Die besten Noten vergaben die Tester in Nürnberg. Dort wurden alle 20 Fahrten mit «gut» oder «sehr gut» bewertet, im Schnitt gab es dort 85,8 von 100 möglichen Punkten. Dahinter folgten Leipzig mit 85,0 Punkten, Köln (83,8), München (83,4) und Dresden (83,2). Am schlechtesten schnitt Frankfurt mit 76,8 Punkten ab. Vorletzter wurde Berlin mit 78,1 Punkten hinter Hamburg (79,3), Hannover (79,9) und Stuttgart (80,5).

Hoher Preis bürgt nicht für Qualität

Dabei war ein hoher Preis kein Garant für eine gute Leistung: So waren mit Stuttgart, Hamburg und Frankfurt Städte aus der unteren Hälfte am teuersten. Spitzenreiter Nürnberg und das zweitplatzierte Leipzig gehörten dagegen zu den billigsten Städten.

Als Konsequenz forderte der ADAC unter anderem, die Taxiordnungen sowie die Ausbildung der Fahrer bundesweit zu vereinheitlichen. Außerdem solle es mehr Kontrollen geben, und bei Verstößen müsse konsequent durchgegriffen werden.

Die Forderung nach mehr Kontrollen erhob auch der Deutsche Taxi- und Mietwagenverband. Zudem kritisierte er, dass die Bedingungen, die ein angehender Taxifahrer erfüllen müsse, unzureichend seien. Im Prinzip reiche es, dass er 21 Jahre alt und gesund sei sowie seit einem Jahr einen Führerschein habe.






 

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