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27. Juni 2008
Effizienz von Urintests gegen Epo-Doping in Zweifel gezogen


Frankfurt - Sechs Wochen vor Beginn der Olympischen Sommerspiele in Peking hat eine Studie erhebliche Zweifel an der Wirksamkeit von Epo-Tests im Auftrag der Welt-Antidoping-Agentur (WADA) geäußert. Das Risiko eines Athleten, nach Einnahme des leistungssteigernden Hormons durch Urinkontrollen überführt zu werden, sei bei manchen WADA-Labors fast gleich null, bemängeln die Mitarbeiter des Muskelforschungszentrums in Kopenhagen.

Die Forscher um Carsten Lundby injizierten acht Männern zunächst während einer zweiwöchigen Aufbauphase jeden zweiten Tag das Hormon Epo, das die Sauerstoffaufnahme des Blutes fördert. In der zweiten leistungserhaltenden Phase, die für Wettkämpfe relevant ist, erhielten die Teilnehmer das Dopingmittel nur noch im wöchentlichen Abstand. Trainingstests bestätigten, dass das Leistungsvermögen der Männer deutlich anstieg.

Dann ließen die Forscher zwei der weltweit insgesamt 33 WADA-Labors den Urin der Probanden analysieren. Von dem während der leistungserhaltenden Phase entnommenen Urin bewertete das erste Labor nur 6 von 16 Proben als positiv. Das zweite Labor gab sogar in allen Fällen Entwarnung. Wurde der Urin in der Phase nach der Epo-Gabe entnommen, kam das erste Labor nur bei 2 von 24 Proben zu einem positiven Befund. Das zweite Labor kam wiederum ausschließlich zu negativen Ergebnissen.

Bessere Verfahren gefordert

Auf Wettkämpfe übertragen hieße dies, dass es bei Doping mit Epo eine deutliche Leistungssteigerung gebe und gleichzeitig ein geringes Nachweisrisiko, betonen die Wissenschaftler im «Journal of Applied Physiology». Die leistungserhaltende Phase mit nur sporadischer Epo-Einnahme kann ihren Angaben zufolge über eine ganze Wettkampfsaison ausgedehnt werden.

Die Forscher fordern bessere Verfahren zum Nachweis der Substanz. Damit sei aber vor der Tour de France und den Olympischen Spielen in Peking nicht mehr zu rechnen.

 








 
 



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