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27. Juni 2008
Köhler würdigt Stiftungen als Seismographen der Gesellschaft


München - Bundespräsident Horst Köhler hat Stiftungen als «Seismographen gesellschaftlicher Entwicklung» gewürdigt. Sie würden häufig früher als andere Institutionen erkennen, wo Handlungsbedarf bestehe und könnten schneller, unbürokratischer und flexibler reagieren, sagte Köhler beim Deutschen Stiftungstag am Freitag in München laut vorab verbreitetem Redemanuskript. Stiftungen dürften aber nicht zum «Lückenbüßer oder Ausfallbürgen» für Leistungen des Staates werden, die dieser nicht mehr erbringen könne.

Im vergangenen Jahr habe es in Deutschland erstmals mehr als 1.000 Stiftungen gegeben. Es sei schön, dass das Stiftungswesen so sehr prosperiere. Gleichzeitig forderte er von den Stiftungen auch Transparenz darüber, wie sie ihre Mittel verwenden: «Wer gute Arbeit leistet, braucht die Öffentlichkeit nicht zu fürchten», heißt es in seinem Redemanuskript.

Köhler würdigte den Unternehmer Michael Otto, der auf dem Stiftungstag mit der Medaille für Verdienste um das Stiftungswesen ausgezeichnet wurde. Otto, der zahlreiche Stiftungen vom Umweltschutz über Bildung bis zur Entwicklungshilfe gemacht habe, lebe vor, was auch heute einen ehrbaren Kaufmann ausmache.

Köhler rief die Anwesenden dazu auf, auch weiterhin andere Menschen an ihrem Glück und Erfolg teilhaben zu lassen. Zu stiften sei ein Weg dorthin.






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