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London - Übereifriges Engagement kann auch nach hinten losgehen. Das beweist die British Telecom. Um ihre Kunden vor Kinderpornografie zu schützen, hatte das Telekommunikationsunternehmen vor geraumer Zeit einen Kinderporno-Filter installiert. Wie Experten nun herausfanden, kann dieser von technisch versierten Nutzern aber gerade dazu missbraucht werden, um an derartiges Material zu gelangen.
Denn der von der Internet Watch Foundation (IWF) gepflegte Filter namens "CleanFeed" hat ein Leck. Das erklärte Richard Clayton, füherer Internet-Experte des britischen Providers Demon, gegenüber dem Guardian. Selbst wenn der Filter reibungslos laufe, sei eine 80-prozentige Wahrscheinlichkeit gegeben, dass dessen Blacklist ausgelesen werden könne, so der Experte.
BT ist sich den Sicherheitsproblemen seines Filters durchaus bewusst, ebenso die IWF. "Jedes System, welches zwischen zwei Seiten - Nutzer und Server - geschaltet wird, birgt das Risiko geknackt zu werden", relativiert Mike Galvin, Director of internet operations bei BT Retail. Die IWF geht sogar noch weiter: "Die Zahl der Nutzer, die von dem Filter profitieren, ist höher als die derjenigen, welche das System missbrauchen." Ob das jedoch im Sinne des Erfinders ist, ist fraglich.
Clayton hat für seinen Teil jedenfalls eine Software programmiert, die die von CleanFeed blockierten Sites auslesen kann. Damit möchte er die Brisanz der Sicherheitslücke belegen. Er kündigte an sie in der nächsten Woche auf einer Datenschutz-Konferenz in Kroatien vorstellen zu wollen.
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