New York - Viren-Schreiber verzichten zunehmend darauf weltweite Epidemien wie beim Melissa- oder Blaster-Wurm loszutreten. Stattdessen setzen sie auf ein sehr einträgliches Geschäft - die Schaffung und den anschließenden Verkauf von sogenannten Zombie-Netzwerken. Das berichtet der Branchendienst CNet unter Berufung auf einen Antiviren-Spezialisten. Als Zombies werden Computer bezeichnet, deren Kontrolle bereits von einem Dritten beispielsweise zum Versand von Spam-Mails übernommen wurde.
Auf der AusCERT in Australien berichtete am Dienstag kein geringer als der Sicherheitsexperte Eugene Kaspersky über den Einfluss des organisierten Verbrechens auf die Szene der Virenschreiber, der einen regelrechten Wandel bei deren Motiven ausgelöst hat. Denn anstatt sich zu bemühen Viren und Würmer zu programmieren, die so viel Computer wie möglich infizieren, sind die Schöpfer der digitalen Schädlinge dazu übergangen eine geringe Zahl von Rechnern zu verseuchen. Mit dem Ziel personlisierte Zombie-Armeen aus dem Boden zu stampfen.
"Benötige ich eine Million Computer, um Spam zu versenden? Nein. Für eine Denial-of-Service-Attacke sind 5.000 oder 10.000 PCs mehr als genug. Und genau das ist der Grund, warum Virenschreiber aber auch Hacker ihre Strategien vollends geändert haben - sie brauchen einfach keine globalen Epidemien mehr", erklärte Kaspersky. Laut dem Sicherheitsexperten sind einige kriminelle Gruppierungen bereits dazu übergegangen, auf Underground-Websites und in Newsgroups für die Dienste ihrer Zombie-Netze zu werben.
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