
27. April 2006 10:08 Uhr
Bundesjustizministerin Zypries kritisiert "Umsonstmentalität" im Netz
Berlin - Die Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hat sich in einem Interview mit dem Magazin "politik und kultur" gegen die verbreitete Umsonstmentalität bei der Nutzung urheberrechtlicher Leistungen im Internet ausgesprochen.
In dem Gespräch mit der Zeitung des Deutschen Kulturrates stellte sie sich kritischen Fragen zur nun anstehenden Urheberrechtsreform, die dazu dienen soll, das Urheberrecht dem digitalen Zeitalter anzupassen. Es soll gesichert werden, dass Urheber auch im Internet eine angemessene Vergütung für die Nutzung ihrer Werke erhalten.
Zypries geht davon aus, dass trotz der Begrenzung der Geräteabgabe auf 5 Prozent des durchschnittlichen Gerätepreises das Aufkommen aus der Vergütungsabgabe weiterhin stabil bleibt. Die Ministerin verteidigte außerdem das umstrittene Verfahren zur Festlegung der Vergütungshöhe und sieht besondere Chancen darin, dass die Marktteilnehmer diese künftig direkt miteinander aushandeln.
Die SPD-Politikerin stellte außerdem in Aussicht, den gemeinsamen Vorschlag des Wirtschaftsverbandes Bitkom und den Verwertungsgesellschaften zu einem Schlichtungsverfahren im nun anstehenden Gesetzgebungsverfahren prüfen zu wollen.
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