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EU und Microsoft fremden sich weiter an
27. Januar 2006 - 16:58 Uhr

Brüssel - Die EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes zeigte sich überrascht vom neuesten Coup des Redmonder Software-Giganten. Sie habe nicht erwartet, dass Microsoft seinen gesamten Quellcode offenlegt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Kroes sagte in einem Telefon-Interview, dass ihr Stab nun analysieren werde, inwiefern dieses Angebot Auswirkungen auf den Fortbestand der Bußgeldandrohung habe.

Die EU-Kommission hatte Microsoft unter Androhung eines täglichen Bußgeldes in Höhe von 2 Millionen Euro dazu aufgefordert einer wettbewerbsrechtlichen Entscheidung vom März 2004 Folge zu leisten und technische Dokumentationen bereitzustellen, um Konkurrenten die erfolgreiche Implementierung bestimmter Windows Server-Kommunikationsprotokolle zu ermöglichen.

"Gelinde ausgedrückt, ist der Quellcode keine wirkliche Dokumentation von irgendetwas. Es geht darum, dass die Programmierer anderer Unternehmen präzise Informationen und Erklärungen benötigen, um ihre Produkt-Codes an die Microsoft-Protokolle anzupassen", so Kroes. Diese Auffasung dürfte den Redmondern allerdings gar nicht schmecken. So war man sich beim Software-Riesen eigentlich sicher mit der Offenlegung des gesamten Windows Server-Quellcodes sogar weit über die von der Europäischen Kommission im März 2004 aufgestellten Forderungen und rechtlichen Auflagen hinauszugehen.


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