Peking - Die Entscheidung des weltweit führenden Suchmaschinenanbieters Google, seine chinesische Version zensieren zu wollen, ist von zahlreichen Menschenrechtsorganisationen - darunter auch die "International Campaign for Tibet" - kritisiert worden. Das in Kaliforniern ansässige Unternehmen hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass ihre in China operierende Suchmaschine google.cn "politisch sensible" Internetseiten aus ihren Suchergebnissen herausfiltern werde. Darunter fielen auch Begriffe wie "Tibet", "Dalai Lama" oder "Menschenrechte".
Google unterwirft sich mit dieser Entscheidung der Politik der chinesischen Staatsführung, Internetseiten zu zensieren, deren Inhalt aus ihrer Sicht die staatliche Sicherheit oder die "gesellschaftliche Ordnung" gefährden könnten. Ausländische Anbieter, die die mindestens 110 Millionen chinesischen Internetnutzer erreichen wollen, müssen ihre Webseiten bei der zentralen Zensurbehörde des chinesischen Staatsrates registrieren und deren Auflagen erfüllen, um eine Betriebgenehmigung zu erhalten. Google tut es damit anderen Anbietern wie Microsoft und Yahoo gleich, offensichtlich mit dem Ziel, sich dadurch Anteile an einem wachsenden Markt zu sichern.
Schon im vergangenen Jahr war die Internetfirma Yahoo in die Schlagzeilen geraten, weil sie Informationen über den Journalisten Shi Tao an die chinesischen Behörden weitergeben hatte; Shi Tao wurde infolgedessen im Frühjahr 2005 zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt. Google-Mitbegründer Sergey Brin hat unterdessen auf dem Welthandelsforum in Davos die Pläne seines Unternehmens als schmerzlich, aber richtig bezeichnet.
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