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Microsoft lenkt im Streit mit der EU-Kommission ein
27. Januar 2006 - 09:04 Uhr

Brüssel - Nach Angaben von Microsoft's Senior Vice President Brad Smith wird das Unternehmen als Konsequenz aus dem Streit mit der Europäischen Kommission seinen gesamten Windows Server-Quellcode für die Technologien lizenzieren, auf die sich die wettbewerbsrechtlichen Auflagen der Brüsseler Behörde beziehen.

Das Unternehmen hat sich zu dieser freiwilligen Maßnahme entschlossen, um die Beschwerden der Kommission vom 22. Dezember 2005 auszuräumen. Die EU-Kommission hatte in einem "Statement of Objections" geltend gemacht, dass die bisher von Microsoft bereitgestellten technischen Dokumentationen nicht ausreichend Informationen enthielten, um Lizenznehmern die erfolgreiche Implementierung bestimmter Windows Server-Kommunikationsprotokolle zu ermöglichen.

"Mit der Entscheidung, Windows Source Code zur Lizenzierung anzubieten, legen wir unser wertvollstes geistiges Eigentum offen. Damit möchten wir alle Fragen rund um das Thema technische Konformität lösen und uns einer ernsthaften Diskussion über die wesentlichen Themen dieses Falles widmen", erklärt Smith. "Der Windows-Quellcode ist die ultimative Dokumentation der Windows Server-Technologien. Unser Ziel ist es, mit diesem Schritt alle Fragen hinsichtlich der Vollständigkeit unserer technischen Dokumentationen zu beantworten."

Mit der Ankündigung geht Microsoft weit über die von der Europäischen Kommission im März 2004 aufgestellten Forderungen und rechtlichen Auflagen hinaus. Eine derartige Referenzlizenz für den Windows Server-Quellcode berechtigt Software-Entwickler, den Windows-Quellcode zu begutachten, um die Entwicklung von Produkten zu vereinfachen, die interoperabel mit Windows sind. Den Quellcode von Microsoft kopieren dürfen sie allerdings nicht.

"Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die einzige Möglichkeit, die Forderungen der Kommission zu erfüllen, darin besteht, über die Auflagen der Entscheidung von 2004 hinauszugehen und eine Lizenz für den Quellcode des Windows Server-Betriebssystems anzubieten", so Smith. "Wir sind überzeugt, dass wir zurzeit alle Auflagen erfüllen und möchten Behauptungen zurückweisen, die technischen Dokumentationen von Microsoft seien unzureichend."

Für Entwickler von Serversoftware, die im Rahmen dieses Programms Lizenznehmer werden, hatte Microsoft zuvor über 12.000 Seiten technische Dokumentation mit Spezifikationen der durch die Entscheidung von 2004 betroffenen Kommunikationsprotokolle sowie zu weiteren Technologien erstellt. Der Sachverhalt der Entscheidung aus dem Jahr 2004 wird mittlerweile vom Europäischen Gericht Erster Instanz geprüft.


Mehr zum Thema:

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Freitag, 09. Januar 2009







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