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Prognose 2006: Drastischer Anstieg bei mobilen Viren, Phishing & Identitätsdiebstahl erwartet
26. Dezember 2005 - 11:17 Uhr

München - Das Jahr 2006 wird heiß! Denn nicht nur die mobilen Viren sind weiter auf dem Vormarsch. Von der sogenannten "Mobile Malware" wurde zum ersten Mal im Juni 2004 berichtet, als eine Gruppe professioneller Virenautoren den ersten Proof-of-Concept-Virus für Smartphones schrieb - und damit zeigte, dass es möglich ist, das Betriebssystem Symbian durch bösartigen Code zu kompromittieren. Kurze Zeit später tauchte mit "Duts" der erste Virus auf, der auf Pocket PC-Systeme abzielte und Dateien auf Smartphones infizieren konnte. Seitdem sind verschiedene mobile Trojaner in Erscheinung getreten, und die Verbreitung mobiler Malware ist in alarmierender Weise angestiegen.

Das IT-Sicherheitsunternehmen McAfee rechnet im kommenden Jahr weltweit mit einer erheblichen Zunahme mobiler Viren. Die stetig steigende Nutzung der Smartphone-Technologien habe zur Folge, dass Virenschreiber ihre Aktivitäten von stationären PCs und Notebooks zunehmend auf die tragbaren Geräte im Taschenformat verlagern, so die Experten. Aufgrund der zunehmenden Netzwerkfähigkeiten von Smartphones und PDAs rechnet McAfee daher mit einer deutlichen Zunahme der Angriffe auf diese Geräte.

Nach Einschätzung der Antiviren-Spezialisten ist weiterhin davon auszugehen, dass sich die neuen mobilen Viren schneller ausbreiten und eine größere Zahl von Geräten infizieren werden als heutige PC-Viren. Für diese Annahme spricht zum einen die rapide quantitative Zunahme der Smartphones und zum anderen der verschwindend geringe Prozentsatz der Geräte, die bereits durch Sicherheitsprogramme geschützt sind. Der "I Love You"-Virus konnte 2004 in wenigen Stunden PCs im zweistelligen Millionenbereich infizieren, obwohl auf jedem zweiten PC eine Internet-Sicherheitssoftware installiert war. Im Vergleich dazu könnte ein mobiler Virus, der auf mobile Endgeräte mit unterschiedlichen Betriebssystemen abzielt, bis zu 200 Millionen Smartphones direkt infizieren, da auf der Mehrzahl dieser Geräte derzeit kein Programm zur Abwehr mobiler Gefahren installiert ist.

Wenn man die Entwicklung der Malware seit ihren Anfängen als Maßstab heranzieht, hat die mobile Malware in einem Jahr laut McAfee eine zehnmal höhere Verbreitung gefunden als PC-Malware im vergleichbaren Zeitraum. "Anders als bei ihrem PC sehen die meisten Verbraucher bei ihren mobilen Geräten nicht die Notwendigkeit, Sicherheitsprogramme zu installieren, weil sie sich der Gefahren mobiler Angriffe kaum oder gar nicht bewusst sind. Die Autoren mobiler Malware haben jedoch von PC-Hackern und Virenschreibern gelernt, fortschrittliche Angriffsmethoden zu entwickeln, mit denen sie sich - von den Verbrauchern unbemerkt – finanzielle Vorteile verschaffen können. Dies wird zu immer ausgereifteren mobilen Bedrohungen führen, die Netzwerke und Verbraucherdaten ohne großes Aufsehen oder eine Vorwarnung kompromittieren oder sogar vernichten können", heißt es in der Prognose des Unternehmens.

Auch in Sachen "Phishing" und "Identitätsdiebstahl" sieht die Zukunft eher düster aus. Laut McAfee werden Phishing-Angriffe auch 2006 eine ernste Bedrohung darstellen, da die Angriffe mit Spyware- und Password-Stealing-Programmen immer zielgerichteter ausgeführt werden. Fehlerhafte E-Mail-Protokolle, Sicherheitslücken in Browsern und eine unzureichende Aufklärung der Nutzer über Sicherheitsgefahren werden zu einem Anstieg der Phishing-Erfolge führen, wenn die Betrüger diese Schwachstellen vermehrt ausnutzen. McAfee prognostiziert außerdem eine zunehmende Verbreitung von Phishing-Trojanern, das heißt Trojanern, die auf einem infizierten Computer eine Phishing-Website installieren und dann andere Nutzer durch Spam-Mails auf diesen infizierten Rechner bzw. diese Site locken.

Darüber hinaus erwarten die Experten für das nächste Jahr einen Anstieg der Password-Stealing-Angriffe mit gefälschten Login-Webseiten, die zunehmend auf populäre Online-Services wie zum Beispiel eBay abzielen werden. Angesichts der Phishing-Welle nach Hurrikan Katrina rechnet das IT-Security-Unternehmen weiterhin mit einer zunehmenden Zahl von Angriffen, die sich die Bereitschaft der Anwender zunutze machen, in Not befindliche Menschen finanziell zu unterstützen. Die Angriffe auf Internet Service Provider (ISP) werden dagegen vermutlich abnehmen, während die Zahl der Angriffe auf den Finanzsektor in etwa gleich bleiben wird.



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