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26. Oktober 2008

Arbeitgeber rechnen 2009 mit Jobabbau



Frankfurt - Angesichts der Finanzkrise rechnet Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt mit einem Jobabbau im kommenden Jahr. «Die positive Entwicklung der letzten drei Jahre auf dem Arbeitsmarkt wird sich nicht fortsetzen», sagte Hundt laut dem «Hamburger Abendblatt» und fügte hinzu: «Ich schließe nicht aus, dass es zu einem Abbau von Arbeitsplätzen kommen wird.» Die IG Metall rief er zu Lohnzurückhaltung auf, was die Gewerkschaft zurückwies.

Im günstigsten Fall lasse sich «das Beschäftigungsniveau in etwa halten», sagte Hundt den Angaben zufolge. Die Finanzkrise werde das Wirtschaftswachstum «weiter bremsen, weil Deutschland als Exportnation stark an die Weltwirtschaft gekoppelt ist», wird er zitiert. Während Deutschland im laufenden Jahr noch «nahe an ein Wirtschaftswachstum von zwei Prozent» herankommen könne, sei für 2009 «eine Stagnation zu erwarten».

Neben der Autoindustrie meldeten fast alle Bereiche der Metall- und Elektroindustrie abnehmende Auftragseingänge, betonte Hundt. Die konjunkturelle Abkühlung werde «mit einer gewissen Verzögerung auch andere Branchen erreichen». Bei den Metallern werde «viel davon abhängen, ob die laufenden Tarifverhandlungen zu einem akzeptablen Ergebnis führen», erklärte er. Die von der IG Metall geforderten acht Prozent mehr Lohn «hätten Arbeitsplatzabbau zur Folge».

IG-Metall-Sprecher Georgios Arwanitidis bezeichnete dies als Schwarzmalerei. Für einen kurzfristigen Vorteil in den Tarifverhandlungen brächten die Arbeitgeber schlechte Stimmung in den Markt, sagte er der «Welt am Sonntag».

Helga Schwitzer, für die Tarifpolitik zuständiges Vorstandsmitglied der IG Metall, bekräftigte die Forderung nach acht Prozent mehr Entgelt. «Wir büßen schon jetzt als Steuerzahler für eine Krise, die nicht wir, sondern unverantwortliche Renditejäger des Kasino-Kapitalismus zu verantworten haben», erklärte sie auf einer Aktionskonferenz der Gewerkschaft am Samstag in Essen. Kräftige Lohnerhöhungen seien das beste Konjunkturprogramm, weil sie die Binnenkaufkraft stärkten.

Sie plädierte für eine schnelle Tarifrunde, um Planungssicherheit sowohl für die Unternehmen wie auch für die Beschäftigten zu schaffen: «Abwarten ist Gift für die Konjunktur», erklärte schwitzer. Noch im Oktober erwarte die IG Metall ein gutes Angebot, «sonst ist am 1. November, 00.00 Uhr Warnstreikbeginn».




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