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26. August 2008
Games Convention soll GamesCom Paroli bieten


Leipzig - Auf Pressekonferenzen entladen sich eher selten Jubelstürme. Der Abschluss der diesjährigen Games Convention in Leipzig bildete da eine Ausnahme: Lang anhaltender Applaus belohnte Messechef Wolfgang Marzin. Der hatte gerade bekanntgegeben, dass sein Haus auch im kommenden Jahr eine Games Convention durchführen wird. Die Besucher und auch die Branche hätten zugestimmt, erklärte Marzin. Und so wird es im kommenden Jahr möglicherweise zwei Computerspielemessen geben: Die etablierte GC in Leipzig und den Messeneuling GamesCom in Köln.

Offensichtlich wollten sich die Leipziger nicht so einfach die Butter vom Brot nehmen lassen. Seit Februar war spekuliert worden, wie sie auf die Ankündung des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) reagieren würden, ab 2009 mit der Kölner Messegesellschaft die GamesCom an den Start zu schicken. Für viele Beobachter und vor allem Besucher der Games Convention ein ungeheurer Affront, hatten die Leipziger die Messe doch 2002 aus der Taufe gehoben, als sich offenbar niemand mit dem «Schmuddelkind» Computer- und Videospiele abgeben wollte.

In Leipzig wagte man den Start und die Zahlen gaben den Messemachern Recht. Wurden bei der Premierenveranstaltung 166 Aussteller gezählt, die 80.000 Besucher und 750 Journalisten anlockten, so waren es in diesem Jahr 547 Aussteller, 203.000 Besucher und rund 3.800 Medienvertreter aus 48 Ländern. Und was die Weiterführung der Veranstaltung im kommenden Jahr betriff, so legte die Messe das Ergebnis einer Besucher- und Ausstellerbefragung vor: 82 Prozent der Endverbraucher, so Messechef, hätten sich für eine GC 2009 ausgesprochen. Auch die Mehrzahl der 14.600 Fachbesucher hätte sich positiv in dieser Frage geäußert. Und auf Seiten der Aussteller hätten lediglich zehn Prozent auf die Frage, ob es 2009 eine GC in Leipzig geben solle, mit «Nein» geantwortet.

Stadt will Messe unterstützen

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung sagte, er sei sich mit Sachsen Ministerpräsident einig, der GC zu weiterem Erfolg zu verhelfen. Er verwies darauf, dass in Leipzig derzeit vier Hotels mit insgesamt 1.500 Betten entstünden. Dies wird verständlich wenn man bedenkt, dass der BIU einen Mangel an Hotelbetten der gehobenen Kategorie in Leipzig ausgemacht zu haben glaubte und den Umzug nach Köln unter anderem mit diesem Argument begründete.

Als unfreundlichen Akt hatten es die Leipziger sicher auch empfunden, dass an den Tagen der GC 2008 immer wieder ein Flugzeug über dem Messegelände kreiste und ein Banner im Schlepptau hatte, mit dem auf die GamesCom im kommenden Jahr in Köln hingewiesen wurde. Messechef Marzin soll darüber außerordentlich verärgert gewesen sein. Der Ton war also schon während der GC eindeutig rauer geworden.

Nun bleibt abzuwarten, in welche Richtung sich die Messen in Leipzig und Köln entwickeln werden, wenn denn tatsächlich zwei Veranstaltungen stattfinden sollten. Es gibt Beobachter, die erwarten, dass sich in Köln eher die Fachleute treffen und das Leipzig den Gamern vorbehalten sein wird. Fraglich ist aber, ob die Industrie tatsächlich zwei Messen innerhalb weniger Tage bestreiten wird: Die Games Convention 2009 soll vom 19. bis 23. August steigen, die GamesCom ist bisher für den 9. bis 13 September geplant.








 
 



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