Trotz eines starken Deutschlandsgeschäfts hat Europas größter Fernsehkonzern RTL im ersten Halbjahr leichte Einbußen verzeichnet. Der Umsatz schrumpfte um 0,9 Prozent auf 2,86 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebita) ging um 2,5 Prozent auf 502 Millionen Euro zurück. Die Senderfamilie führte dies auf Wechselkurseffekte und Investitionen der französischen Tochter M6 für die Übertragungsrechte der Fußball-Europameisterschaft zurück.
Netto verdiente die RTL-Gruppe dank niedriger Abschreibungen mit 338 Millionen Euro gut 16,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum - und so viel wie nie zuvor in einem ersten Halbjahr. «Die Ergebnisse zeigen, wie zuverlässig das Geschäftsmodell der RTL Group ist», sagte RTL-Chef Gerhard Zeiler.
Profitiert hat der Konzern vor allem von den florierenden Einnahmen in Deutschland. Die RTL-Mediengruppe hat sich den Angaben zufolge weiter als Marktführer unter den jungen Zuschauern behauptet. Vor allem der digitale Spartenkanal «Crime and Passion» erfreut sich demnach steigender Beliebtheit. Auch die Produktionsfirma Freemantle konnte mit einem Plus beim Ebita von 6,6 Prozent eine erfreuliche Bilanz ziehen.
Zum laufenden Geschäftsjahr äußerte sich Zeiler optimistisch. Zwar sei davon auszugehen, dass die Bedingungen auf den europäischen Werbemärkten in den kommenden Monaten gemischt blieben. «Dennoch sind wir zuversichtlich, was das Ergebnis des Gesamtjahres angeht», betonte der RTL-Chef.
