Wer sich für Flachbild-Fernseher interessiert, sollte sich nicht zum Kauf von zu großen und zu hochauflösenden Geräten verführen zu lassen. Darüber hinaus sollte man sich nach Empfehlung der Stiftung Warentest auf jeden Fall vom Verkäufer das Bild mit genau dem Signal zeigen lassen, das man zu Hause auch tatsächlich hat. Für einen guten LCD-Fernseher muss man mindestens 800 Euro investieren, wie die Projektleiterin der Stiftung, Jenny Braune, im AP-Interview sagte.
«Wenn ich analoges Kabel habe, mir aber in Zukunft alle Türen offenhalten möchte, würde ich einen LCD-Fernseher empfehlen, der nicht zu groß ist und auch keine zu hohe Auflösung hat», sagte Braune kurz vor Eröffnung der Internationalen Funkausstellung (IFA) (29.8 - 3.9.) in Berlin. Die Bildschirmdiagonale müsse nicht größer als 80 Zentimeter sein. «Viele haben sich verkauft und stellen erst zu Hause fest, dass der neue Fernseher viel zu groß ist. Das täuscht in Geschäften unheimlich», erklärte Braune und empfiehlt: «Schneidet Pappe in der Größe des Fernsehers aus, den ihr haben wollt, und stellt sie dahin, wo das Gerät dann stehen soll.»
Man müsse auch immer im Hinterkopf haben, dass die alten Röhrengeräte meist das Format 4:3 hätten, die neuen 16:9, sagte die Testerin. Das bedeute, dass sie breiter als die alten Geräte seien und ein nur wenig größerer neuer Fernseher schon ein deutlich größeres Bild bringe. Darüber hinaus sollte man sich klarwerden, über welches Signal man in Zukunft sehen wolle. «Wenn man jetzt analoges Kabel hat und später vielleicht doch DVB-T haben möchte, dann ist es gut, wenn ein DVB-T-Tuner eingebaut ist», sagte sie.
Unscharf und fehlende Farbtiefe
Braune riet davon ab, Full HD-Fernseher zu kaufen. Geräte mit der geringeren HD-ready-Auflösung reichten völlig aus. Das analoge Kabelfernsehen habe eine niedrige Auflösung und müsse auf die höhere Auflösung des LCD-Fernsehers hochgerechnet werden, begründete sie ihren Rat. Je größer der Unterschied sei, desto mehr sehe man das. Es sehe dann einfach unscharf aus und die Farbtiefe fehle. «Das erkennt man vor allem an den Hauttönen: Die sehen - überspitzt gesagt - eher wie im Zeichentrickfilm aus», sagte Braune.
Braune bestätigte, dass die LCD- und Plasma-Fernseher im Stand-by energieeffizienter geworden seien. «Es gibt wenige, die deutlich über ein Watt kommen», sagte sie. Allerdings hätten nur wenige Geräte überhaupt noch einen wirklichen Ein- und Ausschalter. Sie empfehle allerdings, trotzdem immer das Gerät auszuschalten. Im Betrieb sei es allerdings so, dass - grob gesagt - gleich große LCD-Fernseher und Röhrengeräte genauso viel verbrauchten. Ein Fernseher mit einem Meter Bildschirmdiagonale verbrauche rund 200 Watt.
Vorteil für Flachbildschirme
Plasma-Fernseher seien mittlerweile auch zu empfehlen, sagte Braune. Die seien allerdings deutlich größer - mit einer Bildschirmdiagonale von über einen Meter. Einbrenneffekte gebe es nicht mehr.
Auf jeden Fall seien die neuen Flachbild-Geräte mittlerweile den Röhrengeräten häufig überlegen. Bei den neuen Signalwegen, also beispielsweise digitales Satellitenfernsehen, machten sich die Neuen besser, sagte Braune. Auch das hochauflösende HDTV könnten die alten und auch neuen Röhrengeräte nicht leisten.
