Der faustgroße Stein in dem Aquarium des kleinen Josh hätte fast den Weltuntergang bewirkt. Das klingt absurd, aber absurd ist alles in der neuen US-Komödie «Mensch, Dave!» mit Eddie Murphy, die am 28. August in die Kinos kommt. Hollywoods hoch bezahlter Starkomiker spielt in dem Film zugleich ein außerirdisches Raumschiff, das seine Hülle trägt, wie auch den Kommandanten dieses Wunderwerks von Winzlingen, die ihren gefährdeten Planeten auf Kosten der Erde retten wollen.
Denn der Stein im Aquarium des Jungen, der zusammen mit seiner schönen Mutter Gina mitten in New York lebt, hatte eigentlich das Ziel, beim Einschlag in den Ozean ungeheure Energien freizusetzen. Dies hätte das Ende der Menschheit, aber eine Zukunft für die ferne Heimat der uneingeladenen Besucher aus dem All bedeutet. Doch der Zusammenstoß mit einem Satelliten lenkte den Stein ab und ließ ihn durch die Fensterscheibe der Wohnung von Josh und Gina im Aquarium landen. Warum in dem Wasser das geheimnisvolle Geschoss nicht seine verheerende Wirkung entfaltet hat, lässt der Film ebenso offen wie alle anderen Nachfragen, die normaler Logik entstammen.
Aber die Zuschauer dieser schrägen Komödie sollen ja auch nicht ins Grübeln kommen, sondern amüsiert werden. Und mit Hilfe vieler Spezialeffekte gelingt das Murphy bei seiner zweiten Zusammenarbeit mit Regisseur Brian Robbins auch ganz gut. Zwar ist der Film kein großer Wurf, doch die optischen Gags machen ihn durchaus sehenswert. Und wenn Murphy als Raumschiff sich in den Boden vor der Freiheitsstatue bohrt, anschließend in piekfeiner Kluft durch Manhattan irrt und dort den Straßenverkehr chaotisiert, darf im Parkett gelacht werden. Das Geschehen ist allerdings zu konstruiert, um rundweg zu überzeugen.
Murphy bleibt unter seinen Möglichkeiten
Und nie in den 90 Minuten lässt sich der Gedanke vertreiben, alles sei nur auf eine erneute profitable Präsentation von Superstar Murphy gerichtet. Der hat ja vor zwei Jahren in dem Musical «Dreamgirls» bewiesen, dass er mehr als ein Grimassenschneider ist. In seinem neuen Film werden die darstellerischen Qualitäten des bislang kommerziell erfolgreichsten schwarzen US-Filmschauspielers kaum strapaziert. Aber es ist natürlich auch eine Kunst, eine Figur so schön leblos und steif zu verkörpern, wie das dieser Dave in zweifacher Ausfertigung erfordert.
Der amerikanische Lebensstil wird einige Male amüsant auf die Schippe genommen, allerdings harmlos genug, um niemanden zu verärgern oder zu irritieren. Bei Hollywood-Komödien jetziger Produktion darf der sentimentale Faktor nie vernachlässigt werden. Folglich findet die irdische Gina viel Gefallen an dem außerirdische Dave, der auch zum Liebling ihres aufgeweckten Söhnchens wird. Ein Sonderlob muss Clay A. Griffith, dem Szenenbildner des Films, gelten. Er entwarf das Innere des Raumschiffs «Dave» so, dass es von der Struktur her der Funktionalität des menschlichen Körpers angepasst ist. Das erzeugt einige der komischsten Momente. Und die sind das Eintrittsgeld durchaus wert.
