Verbraucherminister Horst Seehofer hat die Wirtschaft zu mehr Sorgfalt bei der Lebensmittelproduktion aufgerufen. Der CSU-Politiker verwies am Wochenende in der «Bild»-Zeitung darauf, dass im vergangenen Jahr jede vierte Lebensmittelkontrolle zu einer Beanstandung geführt hat. «Die Wirtschaft muss dringend Anstrengungen unternehmen, um diese Quote mindestens unter zehn Prozent zu drücken», sagte Seehofer.
Die Überwachungsbehörden in den Bundesländern führten 2007 insgesamt etwa eine Million Kontrollen in 562.000 Betrieben durch. Dabei wurde knapp die Hälfte aller Betriebe überprüft, die Lebensmittel herstellen, verarbeiten, handeln, lagern, transportieren oder verkaufen.
Etwa die Hälfte der Beanstandungen ging auf falsche, mangelhafte oder irreführende Kennzeichnung beziehungsweise Aufmachung von Lebensmitteln zurück. Beispiele hierfür sind ein fehlendes Mindesthaltbarkeitsdatum oder Mogelpackungen, die eine größere Füllmenge vortäuschen. Auch fehlende Kennzeichnung gentechnisch veränderter Bestandteile oder allergener Stoffe wurde beanstandet.
Fast jede sechste beanstandete Probe war verdorben oder enthielt krankheitserregende Keime. Zehn Prozent der beanstandeten Proben wiesen Verunreinigungen durch Rückstände wie Pflanzenschutzmittel, Kontaminanten wie Acrylamid oder Fremdkörper wie Sand oder Glassplitter auf. In 17 Prozent der beanstandeten Proben entsprach die Zusammensetzung der Lebensmittel nicht den Vorschriften. Hierunter fällt zum Beispiel die Verwendung von Schweinefleisch für ein Wiener Schnitzel, das aus Kalbfleisch bestehen muss.
