
26. Juli 2006 11:03 Uhr
EU berät über Jugendschutz im Mobilfunk
Brüssel - Die Europäische Kommission hat eine öffentliche Konsultation eingeleitet, in der es um mögliche Gefahren für Kinder und Jugendliche im Zusammenhang mit der Benutzung von Mobiltelefonen geht. Alle Beteiligten und Betroffenen wie Jugendschutz-, Eltern- und Verbraucherverbände, Netzbetreiber, Inhalteanbieter, Handy- und Netzausrüstungshersteller sowie die Regulierungsbehörden sind nun aufgefordert, bis zum 16. Oktober 2006 dazu Stellung zu nehmen.
„Mobiltelefone gehören heute zum täglichen Leben, nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Jugendliche und zunehmend auch für jüngere Kinder. Die Mobilkommunikation bietet große Chancen für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in Europa. Gleichzeitig muss aber der Schutz der Kinder und Jugendlichen gewährleistet sein“, erklärte Viviane Reding, die für die Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin. „Aus meiner Sicht ist der Jugendschutz im Bereich des Mobilfunks eine gemeinsame Aufgabe für alle Beteiligten: Unternehmen der Branche, Jugendschutzverbände und öffentliche Stellen. Je besser die Selbstregulierung funktioniert, desto weniger muss der Staat eingreifen.“
In der neuen Konsultation, die heute von der Kommission eröffnet wurde, geht es um Inhalte und Verhaltensweisen, zum Beispiel den Zugang zu schädlichen und illegalen Inhalten, das Tyrannisieren, zweifelhafte Kontaktaufnahmen, die Gefährdung der Privatsphäre der Kinder und die Gefahr unerwartet hoher Kosten.
In den letzten Jahren hat die Nutzung von Mobiltelefonen durch Kinder und Jugendliche ebenso wie die Leistungsfähigkeit von Handys stark zugenommen. Einer Eurobarometer-Umfrage vom Mai 2006 zufolge besitzen 70 Prozent der jungen Europäer zwischen 12–13 Jahren sowie 23 Prozent der Kinder zwischen 8–9 Jahren ihr eigenes Mobiltelefon. Die Geräte eignen sich heutzutage auch für Videonachrichten, Unterhaltungsdienste, den Internetzugang und standortbezogene Dienste.
Die zunehmende Mobilfunknutzung trägt zweifellos dazu bei, Menschen stärker in die Informationsgesellschaft einzubinden, gibt aber auch Anlass zur Sorge, beispielsweise in Bezug auf die Sicherheit von Kindern. Die heute eröffnete Konsultation dient der Erfassung von Tatsachen und von Meinungen der verschiedenen Beteiligten über die Arten von Risiken, denen Kinder bei der Nutzung der per Mobiltelefon angebotenen Inhaltedienste ausgesetzt sind, über vorhandene technische und rechtliche Lösungen und über mögliche weitere Maßnahmen, die insbesondere auf europäischer Ebene ergriffen werden sollten.
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