Mehr Babys, aber trotzdem weniger Einwohner - der Bevölkerungsrückgang in Deutschland setzt sich fort. Zwar wurden im Jahr 2007 erstmals seit 1997 wieder mehr Kinder geboren, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Dennoch ging die Bevölkerungszahl um rund 97.000 auf 82.218.000 zurück. Das ist dadurch zu erklären, dass einerseits mehr Menschen starben als Babys geboren wurden, andererseits aber nicht ausreichend Menschen aus dem Ausland nach Deutschland zogen, um dieses Defizit auszugleichen.
Seit der Wiedervereinigung gibt es in Deutschland in jedem Jahr mehr Sterbefälle als Geburten. Bis zum Jahr 2002 wuchs die Bevölkerung aber mit Ausnahme des Jahres 1998 dennoch, weil der Zuwanderungsüberschuss immer höher war als das Geburtendefizit. Seit 2003 geht die Einwohnerzahl nun wegen des geringen Zuwanderungsüberschusses zurück. 2007 konnte dies auch nicht durch die steigende Zahl von Neugeborenen ausgeglichen werden.
Dabei stieg die Zahl der Geburten, die seit Jahren rückläufig ist, erstmals wieder um 1,8 Prozent, so dass 2007 in Deutschland 685.000 Kinder lebend geboren wurden, 12.000 mehr als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig stieg aber auch die Zahl der Sterbefälle wieder leicht um 0,7 Prozent auf 827.000. Somit starben 2007 etwa 142.000 Menschen mehr als geboren wurden. Ein Jahr zuvor hatte das sogenannte Geburtendefizit um etwa 7.000 Personen höher gelegen.
Dem Geburtendefizit von 142.000 Personen stand lediglich ein Zuwanderungsüberschuss von 44.000 Personen gegenüber. Somit verlor Deutschland im vergangenen Jahr weitere rund 97.000 Einwohner: An Silvester 2007 lebten rund 82.218.000 Menschen in Deutschland, 0,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Wanderungsüberschuss wird kleiner
Die weniger werdenden Menschen gaben sich zudem auch seltener das Ja-Wort: Im vergangenen Jahr heirateten 369.000 Paare, 5.000 oder 1,3 Prozent weniger als 2006. Seit Anfang der 1990er Jahre geht die Zahl der standesamtlichen Trauungen bis auf wenige Ausnahmen zurück.
Bis vor wenigen Jahren konnte die Tatsache, dass seit Beginn der 1990er Jahre mehr Menschen in Deutschland sterben als geboren werden, durch die Zuwanderung ausgeglichen werden. Doch seit 2003 reicht diese nicht mehr aus, um das Defizit auszugleichen. 2007 zogen insgesamt 680.766 Menschen nach Deutschland, 574.752 davon waren Ausländer.
Gleichzeitig kehrten aber 636.857 Menschen Deutschland den Rücken, 161.105 davon waren Deutsche. Somit lag der Wanderungsüberschuss nur noch bei rund 44.000 - 2001 hatte er noch bei knapp 273.000 gelegen. Immerhin war der Überschuss 2007 aber wieder fast doppelt so hoch wie im Vorjahr, als er gerade mal 22.800 erreicht hatte.
Vor allem im Osten schrumpft die Bevölkerung
Der Bevölkerungsrückgang betrifft vor allem die Ostländer, die 2007 gegenüber dem Vorjahr 107.000 Einwohner oder 0,8 Prozent weniger zählten, während im Westen insgesamt die Bevölkerungszahl weitgehend konstant blieb. Aufgeschlüsselt nach Westländern gingen die Einwohnerzahlen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Bremen zurück. Zuwächse verzeichneten dagegen Bayern, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein sowie die Stadtstaaten Berlin und Hamburg. In Hessen blieb die Bevölkerung dagegen nahezu konstant.
