Im Internet steht die erste Adressen-Revolution bevor. Die Organisation zur Verwaltung der Domainnamen (ICANN) wollte am Donnerstag über die Einführung hunderter, möglicherweise tausender neuer Endungen neben den bislang gültigen Suffixen wie .com, .de oder .org entscheiden. Ein Vorschlag sieht auch die Freigabe von Adressen mit nichtlateinischen Buchstaben vor, so dass etwa Domainnamen aus Bulgarien mit kyrillischen Schriftzeichen zugelassen werden könnten.
Die Nachfrage nach Adressen im chinesischen, kyrillischen oder arabischen Alphabet sind mit der Ausbreitung der Internetnutzung stark gestiegen. Seit ihrer Gründung vor 25 Jahren hat die ICANN ihr Adressensystem nie grundlegend erweitert. Der erste derartige Schritt wurde auf einer wochenlangen Konferenz in Paris vorbereitet.
Anhand der Domainnamen finden Computer Websites. Mit neuen Endungen könnten sich Unternehmen, Länder oder Organisationen eingängige Adressen zulegen, die bislang wegen der begrenzten Suffixe vergeben sind. Die neuen Richtlinien würden allerdings erst nach einer Erprobungsphase eingeführt werden. Darin kann jeder Vorbehalte etwa wegen Rassismus, Handelskonflikten oder einer zu großen Ähnlichkeit der Adressen anmelden.
