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26. Mai 2008
Kastenunruhen in Indien weiten sich aus
Jaipur - Die sozialen Unruhen in Indien finden kein Ende: Sicherheitskräfte begannen am Montag damit, von Mitgliedern einer niedrigen Kaste errichtete Blockaden von Fernstraßen und Eisenbahnlinien zu räumen. Bei den am Freitag begonnenen blutigen Unruhen wurden bis Montag nach amtlichen Angaben 37 Menschen getötet - 36 Mitglieder der Gujjar-Kaste und ein Polizist.
Die Unruhen legten den Straßen- und Eisenbahnverkehr zwischen der Hauptstadt des Unionslandes Rajasthan, Jaipur, und Agra - in dem sich das Taj Mahal befindet - lahm. Auch die Verbindungen nach Bombay waren blockiert, sagte ein Sprecher der Regierung Rajasthans, Rohit Kumar Singh. Am Montag weiteten sich die Unruhen nach Norden zum Nachbarland Uttar Pradesh aus, wo Gujjars Züge anhielten, Straßen blockierten und Gerichtsverhandlungen störten.
Die Polizei war am Wochenende gegen randalierende Demonstranten teilweise mit Schusswaffen vorgegangen. Allein in dem Ort Sikandra wurden 21 Gujjars erschossen, die eine Polizeiwache und zwei Busse in Brand setzten.
Mitglieder der Gujjar-Kaste forderten von der Regierung erfolglos eine Herabstufung ihrer Kaste, womit sie einer Quote zufolge mehr Anspruch auf staatlich garantierte Arbeits- und Studienplätze gehabt hätten. Das Kastensystem ist in Indien seit der Unabhängigkeit formell abgeschafft, prägt das Leben vor allem in ländlichen Gegenden jedoch immer noch stark.

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