Bei einer Großrazzia gegen 25 Neonazis hat die Polizei in Osnabrück und Umgebung zahlreiche Waffen und Munition beschlagnahmt. Die Ermittler fanden auch Digitalfotos von Übungen und gestellten Hinrichtungsszenen, wie die Staatsanwaltschaft Osnabrück am Donnerstag mitteilte. Sie ermittelt wegen Bildung einer bewaffneten Gruppe und Verstößen gegen das Waffengesetz.
Unter anderem stellte die Polizei den Angaben zufolge Soft-air-Waffen, scharfe Schusswaffen wie ein Kleinkalibergewehr sowie Schlagringe, Wurfsterne, Macheten und Totschläger sicher. Ob diese auch eingesetzt worden seien, werde noch geprüft, sagte Staatsanwalt Alexander Retemeyer.
Die Ermittlungen waren nach einem Sommercamp der Verdächtigen im Juli 2005 im Emsland in Gang gekommen. Neben Mitgliedern rechtsradikaler Jugendgruppen seien darunter zwei Vorstandsmitglieder der NPD-Kreisverbände Osnabrück und Emsland, sagte Retemeyer. Einige seien bereits polizeibekannt, darunter vier Frauen. Die Verdächtigen blieben auf freiem Fuß. Im Fall einer Verurteilung drohen ihnen bis zu zwei Jahre Haft.
