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DENIC startet produktive Phase der Kommunikationstechnologie ENUM
26. Januar 2006 - 13:55 Uhr

Frankfurt am Main - Wie die zentrale Registrierungsstelle für .de-Domains DENIC am heutigen Donnerstag bekannt gab, hat sie die Verwaltung von sogenannten ENUM-Domains in den regulären Betrieb überführt. Nach einer erfolgreichen Testphase, an der sich etwa 60 Unternehmen und eine Vielzahl von weiteren Interessenten beteiligt hatten, und einer positiven Beurteilung durch die Bundesnetzagentur steht der neue Service nun allen Rufnummerninhabern in Deutschland in vollem Umfang zur Verfügung.

Bei ENUM - der Begriff leitet sich von "telephone number mapping" - handelt es sich um eine neue Technologie, die eine Brücke zwischen Telefonie und Internet schlägt. Über ENUM und die damit verknüpften Dienste wird den Nutzern anhand der üblichen Rufnummern die gesamte Welt der Kommunikation eröffnet. Über eine Nummer sind dann Festnetz- und Mobilanschlüsse, aber auch Faxgeräte und sogar E-Mail-Adressen oder Webseiten erreichbar. Daneben findet ENUM auch Anwendung bei der Kopplung von Voice-over-IP-Netzen.

Technisch realisiert wird diese Kopplung dadurch, dass zu einer Rufnummer eine korrespondierende Domain gebildet und registriert wird. So wird beispielsweise der Rufnummer +49 69 27 2350 die Domain 0.5.3.2.7.2.9.6.9.4.e164.arpa zugeordnet. Unterhalb der Domain können nun Einträge mit den jeweils zur Verfügung stehenden Kommunikationsmöglichkeiten des Domaininhabers vorgenommen und über das Internet abgefragt werden. Statt sich also mit einer Vielzahl von Rufnummern und Adressen für Privat- und Bürotelefon, Handy, Fax, E-Mail oder Webseite auseinandersetzen zu müssen, genügt es in Zukunft, eine einzige Nummer in sein Adressverzeichnis einzutragen. Die Zuordnung zu den jeweils passenden Ausgabegeräten übernehmen die Einträge im ENUM-Nameserver, den der Provider für den Kunden zur Verfügung stellt.

Durch die Verknüpfung von Telefonnummern und Internet-Ressourcen ergeben sich völlig neue Dienste. Ein Basisdienst ist das Auffinden eines telephoniefähigen Internet-Endgerätes von einem herkömmlichen Telefon aus. Optional liefert ENUM aber auch Hinweise auf zusätzliche Kommunikationsmöglichkeiten. Sollte ein telephoniefähiges Internet-Endgerät nicht erreichbar sein, kann aus der Liste weiterer Anwendungen eine entsprechende Alternative ausgewählt werden.

Häufig wird ENUM auch genutzt, um Verbindungen zwischen Voice-over-IP-Endgeräten herzustellen, die in unterschiedlichen Providernetzen liegen. So wird verhindert, dass bei Telefonaten über das Internet über Netzgrenzen hinweg der Umweg über das herkömmliche Telefonnetz gewählt werden muss, was den Kostenvorteil der Internettelefonie wieder zunichte macht.

Für den Kunden, der ENUM nutzen will, bedeutet der Übergang in den Wirkbetrieb, dass zukünftig zusätzliche Produktlösungen von immer mehr Anbietern zur Auswahl stehen werden. Derzeit sind bereits mehr als 4.000 dieser Domains registriert. Dies erscheint wenig, doch unter jeder ENUM-Domain lassen sich komplette Telefonanlagen mit beliebig vielen Nebenstellen betreiben, so dass die Zahl der Anwender von ENUM deutlich höher ist. So hat beispielsweise die Universität des Saarlandes in Saarbrücken ENUM für alle Universitätsanschlüsse im Einsatz.



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Freitag, 09. Januar 2009







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