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Deutsche Unternehmen setzen bei elektronischer Kommunikation verstärkt auf SMS
26. Januar 2006 - 09:12 Uhr

Berlin - Elektronische Kommunikation beginnt in deutschen Unternehmen und Organisationen die Grenzen etablierter Abteilungen zu sprengen. Doch nur in den modernsten Häusern zählt die fachliche Autorität schon mehr als die klassische Hierarchie. Das ist das Ergebnis der ersten umfassenden Untersuchung zur Nutzung elektronischer Medien in deutschen Unternehmen und Organisationen, die jetzt vom Berliner Kommunikationsberater Frank Martin Hein vorgelegt wurde.

Demnach ist die E-Mail das meist verbreitete Kommunikationsmedium in deutschen Unternehmen, gefolgt von Intranet und Portalen, die bei mehr als 80 Prozent der befragten Einrichtungen in die Geschäftsabläufe integriert sind. Bemerkenswert ist die breite Nutzung der SMS, sie wurde mit rund 40 Prozent als dritthäufigstes elektronisches Kommunikationsmedium benannt. Typische Formen Computer-basierter Arbeitsmittel wie Groupware sind bei immerhin einem Drittel eingerichtet. Damit liegen sie gleich auf mit dem netzbasierten Informations- und Meinungsaustausch per Instant Messenger, Chatrooms oder Foren. Blogs hingegen spielen aber nur eine sehr untergeordnete Rolle.

Mit der Installation elektronischer Medien alleine aber werde deren Potential noch nicht voll genutzt. "Wer alle Chancen zur Orientierung und Motivation der Arbeitnehmer realisieren will, muss elektronische Medien bewusst einsetzen", meint Studienautor Frank Martin Hein, "nur dann entsteht im Ergebnis mehr als traditionelle Führung mit anderen Mitteln." - "Tempo machen" ist der Führungsstil, den die Befragten jetzt noch mehr als doppelt so häufig in elektronischen Medien beobachtet haben wie jedes andere Verhalten. Bei 50 Prozent entsteht ein Arbeitsklima, in dem individuelles Verantwortungsbewusstsein gefördert wird, doch nur bei einem Viertel wird gute Arbeit gelobt.

Viele Führungskräfte wollen vor allem elektronisch Anweisungen geben, während die Mitarbeiter andere Medieninhalte favorisieren. Dass es auch anders geht, zeigen die 12 Prozent der Studienteilnehmer, bei denen "Wissen als Herrschaftsinstrument" bereits abgeschafft ist. Bei einem guten Drittel hat die elektronische Kommunikation sogar schon Netzwerke über Abteilungsgrenzen hinweg gebildet. Hier werden die Medien zum Werkzeug aktiven, erwünschten Kulturwandels zu Gunsten von Kunden und Innovation.

"Der Wert der Technologie liegt eigentlich nicht darin, den Arbeitnehmern Druck zu machen. Führungskräfte könnten sie stattdessen nutzen, Kompliziertes zu erklären, Orientierung zu geben und Wissen für Innovationen zu erschließen", meint Hein. "Die Ergebnisse zeigen, dass Kommunikationsfachleute heute an dem Thema nicht mehr vorbeikommen", unterstreicht auch Gabriele Kaminski von der GK Unternehmens- und Personalberatung GmbH.



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Freitag, 09. Januar 2009







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