Brüssel - Der Software-Konzern Microsoft hat angekündigt sich gegen die jüngste Drohung der Europäischen Kommission zur Wehr setzen zu wollen. Die Brüsseler Exekutivgewalt hatte dem Konzern bei Nichteinhaltung ihrer wettbewerbsrechtlichen Entscheidung vom März 2004 mit täglichen Geldbußen in Millionenhöhe gedroht. Im Detail geht es darum, dass die Redmonder ihren Konkurrenten auf dem europäischen Markt technische Informationen zur Verfügung stellen müssen, so dass diese die Interoperablität ihrer Produkte mit den Microsoft-Produkten herstellen können.
Mircosoft-Manager Brad Smith äußerte sein Unverständnis gegenüber der Drohung der EU-Kommission: "Die geforderten technischen Dokumente sind von uns fristgerecht bereitgestellt worden." Diese gehen den Brüsselern aber offenbar nicht weit genug. "Die Kommission räumt selbst ein, dass sie unsere Informationen, die sie nun kritisiert, überhaupt noch nicht gelesen hat", gibt Smith zu bedenken. Er sorgt sich aber viel mehr darum, dass sich die Forderungen der EU-Instanz ständig ändern.
Denn entgegen früherer Andeutungen fordert die Kommission von Microsoft mittlerweile die Offenlegung interner Funktionsweisen des Betriebssystems Windows. So weit kann der Software-Riese laut Experten schon im Eigeninteresse nicht gehen. Durch diese Maßnahme könnten Teile des Betriebssystems geklont werden. Und das geht Microsoft zu sehr an die Substanz.
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