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25. November 2008
Ruhe ist in der Krise die erste Anlegerpflicht


Frankfurt - Anleger sollten nach dem Rat von Bankexperten trotz immer neuer Schreckensmeldungen über abstürzende Aktienkurse und neue Milliardenverluste bei den Banken nicht in Panik verfallen. Ein echtes Problem habe nur, wer in Kürze auf einen größeren Teil seiner Ersparnisse zurückgreifen müsse, dieses Geld aber in stark schwankende Anlagen investiert habe, erklärt die ING-DiBa in Frankfurt am Main. Alle anderen Anleger sollten Ruhe bewahren. Wie nach allen Wirtschaftskrisen der vergangenen Jahrzehnte auch, werde es irgendwann wieder bergauf gehen.

Für einen fluchtartigen Rückzug aus allen Risikoanlagen sei es ohnehin zu spät, meinen die Experten und raten zum Aussitzen. Allerdings sollten Anleger das Chance-Risiko-Verhältnis aller Depotbausteine prüfen und optimieren. Sicherer als Anleihen oder Zertifikate, die beim Zusammenbruch des Emittenten wertlos werden können, seien Investmentfonds, die bei einem Konkurs der auflegenden Gesellschaft als Sondervermögen geschützt seien. Zur Risikominimierung gehöre auch, Liquidität vor allem in Form von Tages- oder Festgeldern zu halten, erklärt die ING-DiBa.

Ganz falsch wäre es nach Auffassung der Fachleute, in der Krise aus Angst vor Verlusten langfristige Sparpläne zu stoppen. Das sei kontraproduktiv, denn gerade in Zeiten fallender Kurse kämen auch positive Effekte zum Tragen: Je niedriger der Anteilspreis eines Fonds, desto mehr Anteile bekomme ein Käufer gutgeschrieben. Gerade in der Anfangsphase eines Sparplans sei es ideal, über Jahre hinweg zu niedrigen Preisen Anteile zu kaufen, die dann im Rahmen der irgendwann einsetzenden Erholung deutlich an Wert gewinnen dürften.

Nach Ende der Krise Gewinne mitnehmen

Wer über einen ausreichend langen Anlagehorizont und entsprechende Barreserven verfügt, könne darüber hinaus in Krisenzeiten seine Bestände an aussichtsreichen Investments antizyklisch aufstocken. Manche Fonds verfolgten einen sogenannten Deep-Value-Ansatz. Ihre Manager kaufen in der Regel erst dann Aktien, wenn ein Unternehmen an der Börse 40 oder sogar 50 Prozent unter seinem tatsächlichen Wert notiert. Dort ist folglich der Risikopuffer besonders hoch, und langfristig macht sich der Kauf zu Schnäppchenpreisen der ING-DiBa zufolge bezahlt.

Einen weiteren Rat geben die Bankexperten für die Zeit nach der Talsohle. Anleger sollten auf wieder steigende Kurse mit automatischen Gewinnmitnahmen reagieren. Wenn einer Krise eine längere Phase steigender Kurse folge, solle kein Anleger glauben, es ginge ewig so weiter. Die sicherste Methode, einen im Laufe der Jahre immer riskanter werdenden Depot-Mix zu verhindern, bestehe darin, den durch Kursgewinne gestiegenen Aktienanteil des Depots von Zeit zu Zeit durch Umschichtungen in risikoärmere Anlagen wie offene Immobilienfonds, Renten oder Festgelder zurückzufahren.








 
 



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