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25. November 2008
Hollywood droht ein neuer Streik


Los Angeles - Hollywood droht vor der Saison prestigeträchtiger Preisverleihungen ein neuer Streik: Die Schauspielergewerkschaft Screen Actors Guild (SAG) will rund ein Jahr nach dem Ausstand der Drehbuchautoren ihre Mitglieder über eine Arbeitsniederlegung abstimmen lassen. Wenn es einen Streik geben sollte, «will man das zu einer Zeit machen, wenn er die größten Auswirkungen hat», sagte SAG-Präsident Alan Rosenberg am Montag der Nachrichtenagentur AP. Gespräche zwischen der Gewerkschaft und den großen Hollywood-Studios wurden am Wochenende abgebrochen.

Der SAG zufolge wollen die Studios Honorare kürzen, die für Wiederholungen von Sendungen im Internet anfallen. Sie liegen pro Schauspieler bei mindestens 23 Dollar, bei Wiederholungen im Fernsehen sind es mehr als 700 Dollar. Schon beim Streik der Drehbuchautoren in Hollywood, der im Februar nach 100 Tagen mit einer Einigung zu Ende ging, war es um Einnahmen aus dem Internetgeschäft gegangen.

Eine Abstimmung über einen Streik der Schauspieler könnte sich über einen Monat hinziehen. Notwendig ist die Zustimmung von 75 Prozent der Mitglieder der SAG. Präsident Rosenberg betonte am Montag, die Gewerkschaft sei 1933 gegründet worden, mitten in der Großen Depression, als die Studios die Honorare der Schauspieler um die Hälfte kürzen wollten. Die derzeitige wirtschaftliche Lage sei für die Schauspieler wie auch für ihre Arbeitgeber schlecht, sagte Rosenberg. Aber «man kann wirtschaftlich harte Zeiten nicht als Vorwand für einen Ausverkauf der Zukunft benutzen».

Der Streik der Drehbuchautoren hatte die Unterhaltungsbranche nahezu lahmgelegt. Für beliebte Fernsehserien konnten keine neuen Folgen gedreht werden, und die Gala für die Filmpreisverleihung der Golden Globes wurde abgesagt. Der Schaden wurde im Februar auf 2,5 Milliarden Dollar allein für die Region Los Angeles beziffert.

(ol.westfalen@net-tribune.de)







 
 



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