Düsseldorf - Der Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums für eine neue private Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) stößt bei den betroffenen Medizinern auf Widerstand. Auf dem Deutschen Zahnärztetag in Düsseldorf befürworteten sie ein neues, selbstentworfenes Gegenmodell. «Was aus dem Ministerium kommt, ist schlecht», sagte Jürgen Fedderwitz, Vorsitzender des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung am Freitag. Denn die Grundlagen des Entwurfs seien veraltet.
Das Konzept der Zahnärzte basiere dagegen auf seriösen und aktuellen Gutachten. «In den letzten 20 Jahren haben sich die Kosten auf dem Dienstleistungssektor um über 50 Prozent erhöht. Deshalb unser Gebühren-Neubau», sagte er. Auch die Behandlungsmethoden seien komplexer geworden.
Die Gebührenordnung soll im kommenden Jahr erneuert werden. Die deutschen Zahnärzte sind an den Beratungen beteiligt, aber das Ministerium entscheidet. Weitgehend einig sind sich beide Seiten nach Angaben der Bundeszahnärztekammer bei der Vollkostenrechnung für eine Zahnarztstunde, die künftig je nach Entwurf zwischen 194 und 202 Euro kosten soll. Strittig sei jedoch, welche Behandlung wie viel Zeit in Anspruch nehme.
Ein weiterer Schwerpunkt des Deutschen Zahnärztetages lag auf der Prävention. «Wir haben da sehr gute Erfolge bei Kindern und Jugendlichen und gute Erfolge bei jungen Erwachsenen», sagte der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Jürgen Weitkamp. Seit 15 Jahren konzentrierten sich die Bemühungen auf diesen Bereich und zeigten Erfolge. Aber auch da könnte sich die neue Gebührenordnung auswirken, sagte er. «Sollte der vorliegende Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums umgesetzt werden, kann das bedeuten: mehr Karies, mehr Parodontitis und mehr prothetische Anschluss-Versorgung.»