Nach einer filmreifen Verfolgungsjagd durch die Straßen von Tijuana hat die mexikanische Polizei den mutmaßlichen Auftragsmörder eines Drogenkartells festgenommen. Die Polizei erklärte, der Verdächtige und ein möglicher Komplize seien schließlich in einem Kasino gestellt worden. Beide wurden unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in die Hauptstadt Mexiko-Stadt gebracht.
Der Kasino-Betreiber beklagte in den örtlichen Zeitungen, der Einsatz der schwer bewaffneten Polizisten habe am Freitagabend rund 1.300 Gäste erschreckt und in Gefahr gebracht. Im Auto der Verdächtigen wurden nach Polizeiangaben Waffen, mehrere hundert Schuss Munition und Shirts mit Polizei-Abzeichen gefunden. Der mutmaßliche Auftragsmörder soll für das Kokainkartell Arellano-Felix gearbeitet haben.
In anderen Teilen des Grenzgebiets kann die Polizei gegen die Drogenbarone wenig ausrichten. So wurde neue Polizeichef der nordmexikanischen Kleinstadt Villa Ahumada nur einen Tag nach der Übernahme des Amts getötet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde seine von Kugeln durchsiebte Leiche mit verbundenen Augen und gefesselten Händen auf einer Ranch in der Umgebung gefunden. Der vorherige Polizeichef, zwei weitere Beamte und drei Bewohner wurden im Mai getötet, als 70 Angreifer die Stadt im Staat Chihuahua stürmten.
In der Region sind Drogenbanden aktiv, Chihuahua gilt als Hochburg des Juarez-Kartells. Der Rest der 20-köpfigen Polizeitruppe quittierte daraufhin aus Angst den Dienst, so dass Soldaten die Polizeifunktion übernehmen mussten. Zuletzt waren einige neue Polizisten angeworben worden. Die meisten quittierten nach dem Mord an ihrem neuen Vorgesetzten am Freitagabend den Dienst. Auch andere Städte in Chihuahua leiden wegen der Gewalt unter Polizistenmangel.
