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Scharfe Kritik an ehemaligem Bundeswehr-General
25. April 2005 - 15:46 Uhr

Berlin - Der ehemalige Bundeswehr-General Gerd Schultze-Rhonhof (65) relativiert in einem Interview des ultrarechten Wochenblatts "Junge Freiheit" die Schuld Deutschlands am Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. "Die Verursacher saßen in den Regierungen Großbritanniens, Polens, Russlands, Amerikas und Italiens genauso wie in der deutschen Reichsregierung", so Schultze-Rhonhof, Ex-Generalmajor, in der aktuellen Ausgabe.

"Das ist übelste Geschichtsverfälschung", sagte Cornelie Sonntag-Wolgast (SPD), Vorsitzende des Innenausschusses des Bundestages, am Freitag dem Tagesspiegel. Sie forderte die Bundeswehr auf, an so denkende Ex-Offiziere einen Appell zu richten, "die Grundprinzipien unseres Rechtsstaates und die historischen Tatsachen zu respektieren." Scharfe Kritik kam auch von Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU), Ex-Inspekteur des Heeres. Was Schultze-Rhonhof sage, sei "nicht akzeptabel".

Anlass des Interviews in der "Jungen Freiheit" war ein Aufruf Schultze-Rhonhofs und weiterer elf Generäle vom vergangenen Sonntag in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Die früheren Offiziere fordern in einer Anzeige, am 8. Mai nicht nur der Befreiung der Verfolgten des NS-Regimes zu gedenken, sondern auch an die Vertreibung von 15 Millionen Deutschen zu erinnern. Zu den Unterzeichnern zählt Brigadegeneral a.D. Reinhard Günzel. Er musste 2003 die Bundeswehr verlassen, weil er dem CDU-Abgeordneten Martin Hohmann zur "Tätervolk"-Rede gratuliert hatte. Schönbohm hat die Bitte, die Anzeige zu unterzeichnen, verweigert, weil der Aufruf "historisch verkürzt" sei.

Schultze-Rhonhof bekräftigte gegenüber dem Tagesspiegel seine Interview-Äußerungen. In den vergangenen Jahren hat der 1996 aus der Bundeswehr geschiedene Ex-General mehrmals, auch in einem Buch, Deutschlands Kriegsschuld relativiert.



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