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Das Online-Magazin zum Thema Internet-Gesellschaft

Erschienen am: Donnerstag, den 25. März 2004


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Die Entscheidung der Europäischen Kommission gegen Microsoft und der Vorführeffekt
25.03.2004 21:36 Uhr


Ein Leitartikel der "Financial Times Deutschland" (FTD)

Hamburg - Politiker und Kartellwächter in Washington schäumen, sogar von handelspolitischen Kriegserklärungen ist die Rede. Amerika ist not amused über die harten Sanktionen, die EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti dem Quasi-Monopolisten Microsoft aufgebrummt hat.

In der Sache hat Monti jedoch völlig Recht. Der Zorn in den USA erklärt sich vor allem daraus, dass Europa den US-Kartellwächtern deren eigene Erfolglosigkeit vor Augen geführt hat. Über zehn Jahre beschäftigen sich die US-Kartellbehörden schon mit Microsofts Geschäftspraktiken - die Marktmacht des Anbieters hat das nicht geschwächt.

Konsequent hat der größte Softwarekonzern der Welt sein Quasi-Monopol bei Betriebssystemen ausgebaut und ausgedehnt: auf Büroprogramme, im Internet, bei Multimediaprogrammen. Der Vergleich aus dem Jahr 1994 zwischen Microsoft und den Kartellbehörden aus den USA und Europa hat dies nicht verhindert. Der Vergleich mit dem US-Justizministerium 2003 wird es ebenfalls nicht verhindern.

Monopole sind schlecht - sowohl für die Verbraucher als auch für den Markt. Microsofts Praktiken nehmen anderen kreativen Firmen jede Entwicklungschance. Und in den USA klagen Verbraucher reihenweise wegen überhöhter Preise bei Microsoft-Produkten.

Es ist höchste Zeit, dass hier mehr Wettbewerb möglich wird. Natürlich will Microsoft genau an diesem Punkt keine Konzessionen machen. Anders als die US-Kollegen hat sich Monti aber nicht einschüchtern und von gewieften Anwälten verunsichern lassen. Er sieht und versteht, was Microsoft tut. Für manche in den USA ist das schwer zu ertragen.


Links:
www.ftd.de
www.microsoft.de


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