Ärzteverbände und Datenschützer fordern Stopp der Gesundheitskarte
Berlin - Ärzteverbände und Datenschützer haben einen Stopp der elektronischen Gesundheitskarte gefordert. Die Einführung der Karte, die später einmal Zugang zu einer elektronischen Gesundheitsakte ermöglichen soll, koste Milliarden, bereite den Weg für unnötige Vorratsspeicherung und möglichen Datenmissbrauch und bringe Patienten keinerlei Vorteil, erklärte das Bündnis «Aktion: Stoppt die e-Card» am Freitag in Berlin. Sie nütze einzig den Krankenkassen, die Geld bei der Patientenversorgung sparen wollten.
Dem Bündnis haben sich neben dem NAV-Virchowbund unter anderen der Verband Freie Ärzteschaft, die Internationalen Ärzte für die Verhütung eines Atomkrieges, der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, der Chaos Computer Club und die Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten angeschlossen. Die Ärztevertreter kündigten an, sie würden die für die neue Karte nötigen Lesegeräte nicht installieren. Die Patientenvertreter wollen die Herausgabe von Bildern verhindern, die künftig auf den Gesundheitskarten aufgedruckt werden sollen.
Die Einführung der Gesundheitskarte wird seit Jahren vorbereitet. Sie sollte der Gesundheitsreform von 2003 zufolge bereits 2006 an alle 80 Millionen gesetzlich und privat Versicherten ausgegeben werden. Neben der Funktion eines elektronischen Rezepts sollte sie auch den Zugriff auf eine Patientenakte mit Röntgenbildern und Befunden ermöglichen. Die technische Entwicklung läuft allerdings schleppend. Das Aktionsbündnis geht dennoch davon aus, dass die Ausgabe der Karten in den kommenden Monaten beginnt.