Brüssel - Die Europäische Kommission hat Microsoft im Streit um wettbewerbsrechtliche Auflagen mehr Zeit gewährt, um zu ihren kürzlich getätigten Vorwürfen Stellung zu beziehen. Das gab der Software-Konzern am Montag bekannt. Im Dezember letzten Jahres hatte die EU-Kommission das Redmonder Unternehmen unter Androhung von Strafgeldern in Höhe von 2 Millionen Euro pro Tag aufgefordert, ihren wettbewerbsrechtlichen Vorgaben Folge zu leisten. ( wir berichteten) Zugleich verlangte sie unter Fristsetzung eine entsprechende Stellungnahme vom Konzern.
"Unsere Frist wurde bis zum 15. Februar verlängert," erklärte ein Sprecher von Microsoft gegenüber dem US-Branchendienst Cnet. Die Fristverlängerung wurde gewährt, nachdem auch Wettbewerbsbehörden in den USA hinterfragt hatten, ob der Software-Riese der Einhaltung eines mit der US-Regierung geschlossenen Wettbewerbsabkommen in erforderlichem Maße nachkomme. Wie die EU verlangt nämlich auch die USA von dem Konzern eine Offenlegung von relevanten Windows-Protokollen, damit Konkurrenz-Unternehmen die vollständige Interoperabilität ihrer Produkte mit den Microsoft-Applikationen herstellen können.
Die Europäische Kommission hatte im März 2004 festgestellt, dass Microsoft die Regeln des EG-Vertrages durch den Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung (Artikel 82 EGV) verletzt. Dem Konzern wurde vorgeworfen, sein Beinahemonopol in dem Markt für PC-Betriebssysteme auf die Märkte für Server-Betriebssysteme und den Mediaplayer ausweiten zu wollen.
Mehr zum Thema:
-> Microsoft bezeichnet EU-Drohung als "ungerechtfertigt"
-> Brüssel droht Microsoft mit Geldbußen
|