Ein Bündnis von 19 Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen will die Einkaufspraktiken von Supermarktketten kontrollieren lassen. Die neu gegründete Supermarkt-Initiative verlangte am Mittwoch in Berlin die Einhaltung sozialer und ökologischer Standards in der gesamten Lieferkette. Das Bündnis forderte zudem das Bundeskartellamt auf, die Einkaufsmacht der Supermärkte zu prüfen.
«Die Supermarktketten haben ihre Marktmacht in den vergangenen Jahren stark ausgebaut», sagte die Handelsexpertin von Oxfam Deutschland, Marita Wiggerthale. Heute beherrschten Edeka, die Schwarz-Gruppe, Aldi, Rewe, Tengelmann und Metro rund 90 Prozent des Marktes. Nach Aussagen des Bündnisses setzen die Ketten diese Marktmacht dazu ein, «die Lieferanten im Preis zu drücken».
Laut ver.di-Arbeitsrechtsexperte Uwe Wötzel schadet der «Verdrängungswettbewerb» auch den Arbeitnehmern. Niedriglohn- und Minijobs verdrängten normale Arbeitsverhältnisse.
Das Bündnis rief die Bundesregierung dazu auf, den Missbrauch von Einkaufsmacht zu unterbinden.
