Deutschland im Weltraumfieber: 1.798 Männer und Frauen haben sich bei der ESA um einen Astronautenjob beworben, wie die Europäische Raumfahrtagentur am Dienstag in Paris bekannt gab. Die ESA startete ihre Suche nach neuen Weltraumfahrern vor gut einem Monat, es war die erste derartige Stellenanzeige der Agentur seit 15 Jahren. Insgesamt 8.413 Europäer reichten medizinische Gutachten und alle notwendigen Unterlagen ein und treten nun in die zweite Bewerbungsphase ein.
Unter den deutschen All-Aspiranten sind 310 Frauen, so viele wie aus keinem anderen Land. Ein Fünftel alle Bewerber kommen aus der Bundesrepublik. Die meisten Mappen erhielt die ESA aus Frankreich (1.860).
«Ich bin zuversichtlich, dass wir die herausragenden Personen finden, nach denen wir suchen», sagte Michel Tognini, Chef des ESA-Astronautenzentrums. Das Auswahlverfahren beginnt jetzt mit psychologischen und psychomotorischen Tests.
Die ESA sucht neues Personal für künftige bemannte Raumfahrtmissionen «zur Internationalen Raumstation ISS und darüber hinaus», hieß es in einer Erklärung. Auch die Industrie steht in den Startlöchern. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) stellte vor wenigen Wochen Pläne für den Umbau des Transporters «Jules Verne» zu einer bemannten Transportkapsel vor - es wäre die erste europäische Raumfähre mit Astronauten an Bord.
