
24. Mai 2006 15:46 Uhr
LKA klärt auf: Gewalt- und Pornovideos auf Schülerhandys
Hannover - Immer häufiger tauchen auf Handys von Schülern Gewaltvideos oder Videos mit pornografischen Inhalten auf. Das Phänomen, das verharmlosend als "happy slapping" (zu Deutsch etwa "lustiges Zuschlagen") oder "snuff video" (von "to snuff out", etwa jemanden umbringen) bezeichnet wird greift auf den Schulhöfen um sich. So liegen erste Strafanzeigen bei den Jugendsachbearbeitern der Polizeidienststellen wegen der Verbreitung von Videoszenen mit gewaltverherrlichenden Inhalten vor.
Häufig finden sich auf den sichergestellten Handys Filme mit Sequenzen, in denen eine Person, für diese vollkommen überraschend, zusammengeschlagen wird. Mitunter zeigen die Darstellungen sogar Exekutionen von Menschen. Die Filme werden vom Internet auf die Handys geladen und dann mittels Infrarotschnittstelle oder Bluetooth weitergegeben. Mitunter wird das Prügeln von Mitschülern jedoch auch mittels Handy gefilmt und die "Videos" erhalten damit eine makrabe Authentizität.
Konkrete Fälle gingen bereits durch die Medien und haben die Öffentlichkeit teilweise erheblich schockiert. Dass schon die Weitergabe solcher Filme einschlägige Straftatbestände verwirklicht, ist den Schülern entweder unbekannt oder es wird billigend in Kauf genommen. Das Landeskriminalamt Niedersachsen hat sich diese Vorfälle nun zum Anlass genommen und ein Informationsangebot zum Thema im Internet gelauncht. Die Aktion soll sich gleichermaßen an Lehrkräfte, Eltern und Schüler richten.
"Unter der Überschrift "Handys können alles! Können Handys fliegen?" werden Schülern Folgen ihres Handelns aufgezeigt, Opfern aber auch Ratschläge erteilt. Lehrkräften und Eltern werden rechtliche Aspekte zum Phänomenbereich ebenso an die Hand gegeben, wie weiterführende Empfehlungen. Insbesondere Eltern sollten sich für die auf den Handys ihrer Kinder abgespeicherten Videos interessieren und diese gegebenenfalls löschen lassen", erklärt ein Polizei-Sprecher gegenüber net-tribune.
Das Informationsangebot findet sich auf den Seiten des Landeskriminalamts Niedersachsen.
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