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24. Februar 2009

Verband klagt über 20.000 fehlende Lehrer



Berlin - Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Josef Kraus, hat vor den Folgen des Lehrermangels für den Wirtschaftsstandort Deutschland gewarnt. «Zunächst wird der Bildungsstandort leiden, vor allem in Form von Unterrichtsausfall und größeren Klassen», sagte Kraus am Montag im Gespräch mit «Handelsblatt.com». Im nächsten Schritt leide der Wirtschaftsstandort, weil die jungen Leute schlechter qualifiziert auf den Arbeitsmarkt kämen.

Nach Darstellung von Kraus fehlen derzeit etwa 20.000 Lehrer in Deutschland. Der Mangel sei in den Realschulen und Gymnasien am größten in den Fächern Mathematik, Physik und Latein. In den beruflichen Schulen gebe es zu wenig Pädagogen vor allem für Elektrotechnik, Metalltechnik und Wirtschaftspädagogik.

«Das liegt an einer miserablen, leider nur kurzatmigen Personalplanung und Personalwerbung der 16 Kultusminister, aber auch am schlechten beziehungsweise schlechtgeredeten Image der Lehrerschaft in der Öffentlichkeit», kritisierte der Verbandspräsident. Hinzu komme die «fortschreitende Überfrachtung der Schulen mit sozialpädagogischen Reparaturaufgaben und die schlechte Vergütung für Referendare».

Kraus wies darauf hin, dass von den derzeit 800.000 aktiven Lehrern in Deutschland in den kommenden zehn Jahren über 300.000 in den Ruhestand gingen. Dieses Problem sei «viel gravierender». Die Lücken ließen sich kurzfristig nur mit Hilfe von Quereinsteigern und Pensionisten schließen, sagte er. Langfristig sei eine «differenzierte Werbung der Kultusminister» nötig.

Vor diesem Hintergrund verteidigte Kraus die umstrittene Lehrer-Abwerbekampagne von Baden-Württemberg. Es sei «legitim», Lehrer aus anderen Bundesländern abzuwerben. «Wenn bestimmte Länder für Lehrer attraktiver und andere Länder weniger attraktiv sind, dann müssen sich letztere etwas einfallen lassen», sagte Kraus. «Warum soll es hier nicht ein wenig Markt geben?»






 

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