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23. November 2008
Untersuchungshaft für drei Deutsche in Kosovo angeordnet
Pristina - Ein kosovarischer Untersuchungsrichter hat für drei im Zusammenhang mit einem Anschlag auf das EU-Hauptquartier in Pristina festgenommene Deutsche eine 30-tägige Untersuchungshaft angeordnet. Den drei Männern wird nach Angaben ihrer Anwälte vom Samstagabend vorgeworfen, «terroristische Akte» ausgeführt zu haben. Ihnen drohen damit bis zu 20 Jahre Gefängnis.
Justizsprecher lehnten eine Stellungnahme zu Berichten ab, bei den drei Verhafteten handele es sich um Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND). Das Trio war am Mittwoch von einer Anti-Terror-Einheit festgenommen worden und wird verdächtigt, sich am 14. November an einem Sprengstoffanschlag auf das EU-Hauptquartier in Pristina beteiligt zu haben. Wie das Hamburger Nachrichtenmagazin «Spiegel» berichtete, beteuern die Agenten dagegen, sie hätten lediglich den Tatort inspiziert.
Dem Vorabbericht vom Samstag zufolge wurde einer der Deutschen beobachtet, wie er in ein leeres Nachbargebäude einstieg, von dem aus offenbar am 14. November der Sprengsatz geworfen wurde. Verletzt wurde bei dem Angriff niemand, es blieb bei geringem Sachschaden. Er und seine beiden Begleiter waren daraufhin am Mittwoch festgenommen und erkennungsdienstlich behandelt worden.
Der Arrest hat laut «Spiegel» zu diplomatischen Verwicklungen zwischen dem Auswärtigen Amt in Berlin und der Regierung in Pristina geführt. Grund ist die offenbar nicht offiziell angemeldete Tätigkeit der deutschen Agenten im Kosovo. Am Freitag erklärten die Ermittler in Pristina, bei den Deutschen handele es sich ihrer Bewertung nach «weder um Diplomaten, Polizisten, Soldaten oder Experten mit einem internationalen Ausweis».

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