Das digitale Tonstudio bringt die Band ins Haus: Mit der Audio-Software Samplitude Music Studio 15 werden bis zu 64 Tonspuren angelegt, zusammengemischt und auf CD gebrannt. Zu den Neuerungen der Hobby-Software gehören ein Rekorder für Mehrspuraufnahmen, eine Beatbox für den richtigen Rhythmus und ein MIDI-Editor für das schrittweise Einspielen von Noten.
Für die Hausmusik am Computer braucht man kein Instrument. Der «Soundpool» bietet mehrere hundert Loops, kleine Audio-Schnipsel, die sich mit einem Doppelklick in den «Arranger» laden lassen. Die Loops lassen sich auf vielfältige Weise miteinander kombinieren. Aus vielen Bausteinen entsteht schließlich ein kompletter Song.
Mehr Spaß macht es allerdings, wenn man ein Keyboard oder noch besser den Verstärker einer elektrischen Gitarre mit dem Audio-Eingang des Computers verbindet und selbst Musik macht. Die selbst eingespielte Musik lässt sich anschließend schneiden und mit interessanten Effekten bearbeiten, etwa einem verzögerten Echo. Mit etwas Mut zur eigenen Stimme - oder der der Freundin - kommt mit dem Mikrofon die wichtigste Spur hinzu, die sich im Track-Editor noch etwas herausheben lässt.
Stolze Besitzer einer Soundkarte mit mehreren Eingängen können ihre Freunde einladen, um die Hausmusik auf mehreren Spuren aufzunehmen. Bis zu vier Instrumente lassen sich so steuern.
In einer weiteren Spur wird mit der «BeatBox 2 plus» die Percussion-Begleitung angelegt: Auf den ersten Schlag ein harter Beat, auf die zwei und die drei dann leichtere Off-Beats. Geschmacksache sind die vielfältigen Klänge der sieben unterschiedlichen Synthesizer. «Revolta 2» erzeugt eine eindrucksvolle Sphärenmusik, «Atmos» steuert Naturgeräusche wie Regen oder Wind bei.
Am Mischpult kann man zuletzt immer wieder neu überprüfen, ob das auch alles zusammenpasst. Anfänger lassen sich von der Vielfalt der Möglichkeiten leicht verleiten, des Guten zuviel zu tun. Werden einzelnen Spuren beim Abspielen abgeschaltet, merkt man schnell, was entbehrlich oder gar schädlich ist.
Ausgefeilte MIDI-Fähigkeiten
Wer lieber Klassik als Groove hört, kann die ausgefeilten MIDI-Fähigkeiten der Software nutzen, um Musik anhand einer Notenvorlage einzuspielen. Dazu muss man das Stück nicht perfekt beherrschen, weil der neue MIDI-Editor das «Step Recording» unterstützt: Hier wird eine Note nach der anderen eingespielt und anschließend bearbeitet. Dazu gehört auch die gezielte Zuordnung bestimmter Instrumente.
Hobby-Musiker sollten sich von der auf den ersten Blick verwirrenden Fülle der Schieberegler und Rädchen nicht verwirren lassen, sondern sich auf ganz auf ihr geplantes Projekt konzentrieren. Nach und nach kann man dann die weiteren Möglichkeiten des Programms kennenlernen und ausprobieren.
Das digitale Tonstudio von Magix läuft unter Windows (ab 2000) und erwartet einen Prozessor mit einer Taktrate von mindestens 1,2 Gigahertz sowie mindestens 512 MB RAM - für flottes Arbeiten wird allerdings die doppelte Ausstattung empfohlen. Das Programm kostet rund 80 Euro.
