Pablo Picassos Meisterwerk «Guernica» ist nach Angaben des Madrider Reina-Sofia-Museum in einem leidlich guten Zustand. Dies gehe aus Untersuchungen hervor, die vor mehr als einem Jahr begannen, erklärte Museumsdirektor Manuel Borja-Villel. Dabei sei das 71 Jahre alte Gemälde erstmals auch geröntgt worden. Bei der letzten größeren Untersuchung von «Guernica» vor zehn Jahren waren 129 Mängel wie Risse, Falten und Flecke registriert worden. Die Röntgenaufnahmen hätten nun Einzelheiten ans Tageslicht gebracht.
«Die gute Nachricht ist, dass die jüngsten Röntgenergebnisse zeigen, dass die Mängel nicht mehr geworden sind», sagte Borja-Villel. «Aber das Alter verschont niemanden, und bei Gemälden ist das nicht anders.» Bislang hätten die Untersuchungen ergeben, dass lediglich einige Flecken entfernt werden müssten, die bei der bisher einzigen Restaurierung des Gemäldes 1957 am New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) entstanden. Bis 2010 sollen die Untersuchungsergebnisse zu einer endgültigen Bewertung zusammengefasst werden.
Das berühmte schwarz-weiße Bild im Format 3,5 Meter mal 7,8 Meter stellt die Schrecken des Kriegs dar. Die kleine Stadt Guernica im Baskenland wurde während des spanischen Bürgerkriegs im April 1937 von einem Bombenangriff der «Legion Condor» fast vollständig zerstört. In der Zeit der Franco-Diktatur wurde das Gemälde in zahlreichen Städten in Europa und den USA gezeigt. Aus dieser Zeit stammen etliche Transportschäden. Anschließend fand es als Dauerleihgabe eine Heimat im MoMA, bevor es nach dem Ende der Diktatur 1981 dem Willen Picassos entsprechend nach Madrid gebracht wurde.
