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Sicherheitsattacken gegen Banken: Der Feind lauert im Netzwerk
23. Juni 2005 - 15:15 Uhr

Frankfurt (dhg) - Unglaublich aber wahr: Die weltgrößten Finanzinstitute haben mehr mit internen als mit externen Angriffen auf ihre Computersysteme zutun. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle "Sicherheitsstudie 2005" des Marktforschungsunternehmens Deloitte. Demnach bestätigten 35 Prozent der Befragten, dass es innerhalb des letzten Jahres Angriffe aus dem Unternehmen selbst gegeben habe; im Vorjahr waren es nur 14 Prozent. Im Vergleich beobachteten nur 26 Prozent der Studienteilnehmer in den letzten zwölf Monaten Attacken von außen. Die Verdoppelung der internen Sicherheitsverstöße stellt die Finanzinstitute vor neue, nun weniger technisch geprägte Herausforderungen.

Phishing und Pharming - das Ausspähen geheimer Informationen über gefälschte E-Mails und Websites -sind zwei bedeutende neue Sicherheitsrisiken, denen sich auch Finanzinstitute stellen mussten. Dabei spielt der Mensch in der Sicherheitskette eine äußerst kritische Rolle, denn es fand ein Trendwechsel von externen zu internen Angriffen statt. Kriminelle Strategien zielen nun häufiger gegen menschliches Verhalten als gegen technische Sicherheitslücken. Der verstärkte Einsatz von IT-Sicherheitstechnologien, insbesondere Antivirenlösungen, virtuelle private Netze sowie Content-Filterung und -Überwachung trug dabei mit zur Verlagerung bei. Erfreulich ist, dass im internationalen Vergleich nirgendwo sonst so häufig Sicherheitsstandards wie ISO 17799 implementiert wurden wie bei europäischen Finanzinstituten.

"Bei der Implementierung technischer Lösungen und eines standardisierten Sicherheitsmanagements zum Schutz vor externen Bedrohungen hat der Finanzsektor in Europa große Fortschritte gemacht. Gegen die steigende Zahl neuer interner Sicherheitsverstöße und Angriffe, die sich sogar vermehrt direkt gegen die Kunden der Banken richten, ist allerdings noch kein Patentrezept gefunden", erklärte Stefan Weiss, Senior Manager der Security Services bei Deloitte.

Ein entscheidender Grund für die derzeitige Sicherheitssituation könnte sein, dass die Topmanager im Bereich Informationssicherheit auf Schulung und Aufklärung noch immer nicht die notwendige Priorität gesetzt haben. So plant weniger als die Hälfte der Befragten in den kommenden zwölf Monaten Schulungs- oder Aufklärungsmaßnahmen. Sie halten die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und Reporting & Messung noch für wichtiger. Die Investitionspläne der Finanzinstitute sehen demnach vor allem Gelder für Sicherheits-Tools vor. Maßnahmen, die das Sicherheitsbewusstsein beim Kunden stärken sollen, wollen aber nur ganz wenige Banken umsetzen.



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Freitag, 09. Januar 2009







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