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23. März 2007

Chinesische Mädchen bei Spaniern gefragt



Madrid - Milagros Vacas Arlandis hatte bereits drei Kinder und als Ärztin einen anspruchsvollen Beruf. Trotzdem wollten sie und ihr Mann noch ein viertes Kind, allerdings kein leibliches. Das spanische Paar adoptierte schließlich ein kleines Mädchen aus China und ist damit in guter Gesellschaft. In kaum einem anderen Land der Welt sind Auslandsadoptionen so verbreitet wie in Spanien rund die Hälfte der Kinder kommt aus China.

Fast zehn Jahre lang kämpften sich Vacas Arlandis und ihr Mann durch die spanische Bürokratie, versuchten vergeblich, die Hürden für eine Adoption im Inland zu überwinden. Dann entschlossen sie sich, einen anderen Weg zu gehen. «Wir wollten einem Kind ein Zuhause geben, das keine Familie hat», sagt die Ärztin aus Santander. Maria, ihre Adoptivtochter aus China, ist mittlerweile vier Jahre alt.

Nach den USA ist Spanien das Land, in dem die meisten Paare Kinder aus China adoptieren, wie das chinesische Zentrum für Adoptionsangelegenheiten mitteilt. Generell lässt sich in Spanien ein Trend zu Auslandsadoptionen erkennen: Waren es 1997 noch 1.800 Fälle, so wurden 2005 schon 5.400 nicht-spanische Kinder adoptiert. Mehr als 2.700 von ihnen kamen aus China, wie aus Daten der Regierung hervorgeht.

Die Gründe für die steigende Zahl potenzieller Adoptiveltern liegen auf der Hand, in Spanien wie in anderen Industriestaaten: Frauen wollten sich zunächst ihrem Beruf widmen, es werde immer später geheiratet, und die Hälfte der Ehen werde oft kinderlos wieder geschieden, sagt Juan José García Ferrer, der Direktor des Instituts für Kinder und Familie, das der Regionalregierung von Madrid unterstellt ist.

Unter den Spaniern hat es sich mittlerweile herumgesprochen, dass China Adoptionswilligen eine Reihe von Anreizen bietet: kurze Wartezeiten, ein relativ transparentes Verfahren und eine verhältnismäßig große Zahl möglicher Adoptivkinder. Dabei handle es sich in erster Linie um Mädchen unter drei Jahren, sagt Roberto Pili von Transmes, einer Organisation in Barcelona, an die sich Paare wenden können, die ein chinesisches Kind adoptieren wollen. Grund dafür sei die Ein-Kind-Politik der Pekinger Regierung sowie die traditionelle Bevorzugung von Söhnen in China.

Doch da die internationale Nachfrage mittlerweile auch in China die Zahl der zur Adoption freigegebenen Kinder übersteigt, haben die Behörden die Regelungen verschärft. Zuerst kommen nun gutsituierte, gesunde Paare mittleren Alters zum Zug.

So gesehen hatte Celsa Vega Glück. Die heute 50-Jährige adoptierte bereits im Jahr 2002 ein chinesisches Mädchen. Als Single hätte Vega heute kaum mehr eine Chance auf ein Kind. Doch damals verstrichen nur zwei Jahre, bis ihr Adoptionsantrag bewilligt wurde und sie die kleine Julia mit nach Madrid nehmen konnte. Sowohl Vega als auch Vacas Arlandis sind froh, den Schritt in den Fernen Osten unternommen zu haben. Fremdenfeindlichkeit sei für sie beziehungsweise ihre Töchter bislang kein Problem, erklären beide Frauen. «Wenn überhaupt, dann sehen die Leute Maria als exotisch an», sagt Vacas Arlandis.






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