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Microsoft: EU verhängt 497 Millionen Euro Strafe
23.03.2004 13:28 Uhr
Brüssel - Laut einer Pressemeldung des Online-Magazins "heise" vom Dienstag beabsichtigt die Europäische Kommission Microsoft an diesem Mittwoch wegen Markt-Missbrauchs mit einem Rekordbußgeld von 497 Millionen Euro bestrafen. Dies sei der höchste Einzelbetrag, der jemals in Brüssel von einem Unternehmen eingefordert wurde, so das Magazin.
Die bisherige Rekordbuße von 462 Millionen Euro musste 2001 der Schweizer Pharma-Konzern Hofmann-La Roche wegen eines Vitamin-Kartells zahlen. Das Handelsblatt hatte zuvor von einem Bußgeld von 500 Millionen Euro berichtet. Microsoft kündigte bereits an, gegen den Strafbeschluss vor dem europäischen Gerichtshof klagen zu wollen.
Beobachter hatten sich bereits überrascht über die Höhe der Strafe gezeigt: Zwar kommt Microsoft angesichts liquider Mittel von über 50 Milliarden US-Dollar durch die Strafe wohl kaum in Schwierigkeiten, sie wird aber als Zeichen dafür gewertet, dass EU-Wettbewerbskommisar Mario Monti ein Exempel statuieren wolle.
Neben der Geldstrafe soll der Konzern wohl zwei Bereiche für mehr Wettbewerb öffnen. So soll es für Computerhersteller auch eine Windows-Version ohne den Mediaplayer geben. Zudem will die Kommission, dass Microsoft bei Betriebssystemen von Servern technische Angaben zu den Schnittstellen (APIs) offen legt.
EU-Kartellrechtsepxerten gehen auch nicht davon aus, dass Monti, der in Wettbewerbsverfahren mehrere schwere Schlappen vor dem Europäischen Gerichtshof einstecken musste, im Fall Microsoft ähnliches droht; der Wettbewerbskommisar ist sich in dem seit Jahren verfolgten Microsoft-Fall zudem der Rückendeckung der EU-Staaten sicher.
Links:
www.microsoft.de
www.heise.de |