Das islamistische Regime im Iran hat fast 3.000 reformorientierte Bewerber von der Kandidatenliste für die bevorstehende Parlamentswahl gestrichen, wie am Mittwoch aus Oppositionskreisen bekannt wurde. Die Zahl der abgelehnten Bewerber sei überraschend hoch, damit würden schlimmste Befürchtungen wahr, erklärte ein Sprecher der reformorientierten Parteien, Abdollah Naseri.
Die Wahl am 14. März ist ein wichtiges Kräftemessen zwischen der islamistischen Führung rund um Präsident Mahmud Ahmadinedschad und den Reformern und gilt als Stimmungstest für die Präsidentenwahl im kommenden Jahr. Ahmadinedschad ist zuletzt von Anhängern und Gegnern zunehmend kritisiert worden, weil es ihm nicht gelingt, die Wirtschaftsprobleme des Landes in den Griff zu bekommen.
Von ursprünglich rund 7.200 sind noch 4.200 Bewerber im Rennen um eine Kandidatur. Letztes Wort bei der Auswahl der Kandidaten hat der Wächterrat, der vom erzkonservativen geistlichen Oberhaupt des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, berufen wird. Dieses Gremium wird seine Entscheidung erst am 5. März bekannt und damit den Kandidaten praktisch nur eine Woche Zeit für den Wahlkampf lassen.
