München - Eine neue Studie des IT-Security-Unternehmens
McAfee, die am heutigen Donnerstag veröffentlicht wurde, zeigt das wahre Ausmaß der IT-Sicherheitsrisiken, denen Unternehmen in Europa aufgrund des Verhaltens ihrer eigenen Mitarbeiter ausgesetzt sind. Diese "Bedrohung von innen" unterlaufe die umfangreichen Sicherheitslösungen und Investitionen, die Unternehmen getätigt haben, um sich vor IT-Bedrohungen zu schützen, so die Studie. Und in der Tat: Es muss nur ein einziger Mitarbeiter ein infiziertes Gerät mit dem IT-System verbinden, um Schaden im gesamten Unternehmensnetzwerk anzurichten. Vor allem Ignoranz als auch Fahrlässigkeit am Arbeitsplatz sind die größten Probleme bei der Benutzung von IT-Ressourcen.
Mitarbeiter, die ihre Firmen-Notebooks an einer ungeschützten Heim-Internet-Verbindung nutzen, stellen eine ernsthafte Bedrohung für die IT eines Unternehmens dar. Ein ohne aktuelle Patches versehenes Gerät ist einer Reihe von Bedrohungen ausgesetzt, von Viren über Trojaner bis hin zu Spyware. Wird es dann an das Firmennetzwerk angebunden, kann dieses infiziert werden. Die Tatsache, dass so viele Leute nicht wissen, wie Security-Software auf Rechnern aktualisiert wird, macht dieses Problem noch akuter. Mehr als die Hälfte der von McAfee Befragten Nutzer wissen kaum, wie sie den Viren-Schutz auf ihrem Firmen-PC oder Notebook aktualisieren können.
Wer sein Firmen-Notenbook der Familie oder Freunden zur Nutzung überlässt, setzt das Gerät und darauf abgelegte Arbeitsdokumente einem noch größeren Risiko aus. Ein Kind könnte beispielsweise ein infiziertes Attachment in einer E-Mail öffnen oder ein Freund illegalen Content herunterladen. Damit wird das Gerät zu einer Gefahr für das Firmennetzwerk. In Deutschland gaben 12 Prozent der Befragten an, ihren Computer beziehungsweise Laptop am Arbeitsplatz oder zuhause Freunden und Familienangehörigen für den Internetzugriff zu überlassen. Der europäische Durchschnitt liegt bei 21 Prozent.
Unternehmen sind aber auch einer Infizierung über die zunehmende Anzahl von Peripheriegeräten ausgesetzt, die Mitarbeiter an den Arbeitplatz mitbringen. Diese sind mit einer ganzen Reihe von Geräten wie USB-Sticks, Abspielgeräten von digitalen Audiodaten wie dem iPod, sowie Digitalkameras, Mobiltelefonene und vielen weiteren ausgerüstet. Das primäre Risiko ist auch hier die Übertragung von Malware auf das Netzwerk. Aber auch der Datenklau mithilfe solcher Geräte stellt ebenfalls ein Risiko für die Unternehmen dar. In Deutschland gaben 46 Prozent der Befragten an, zumindest ein privates Gerät an den Büro-PC angeschlossen zu haben. Der europäische Durchschnitt liegt sogar bei ganzen 51 Prozent.
Es gibt dann natürlich auch noch die so genannten "schwarzen Schafe": Während die meisten Mitarbeiter ihren Arbeitgeber durch Unwissenheit oder Ignoranz gefährden, ist eine kleine Minderheit absichtlich aktiv, um der Firma Schaden zuzufügen. 5 Prozent der Befragten gaben an, in Bereiche des IT-Systems eingedrungen zu sein, für die sie keine Berechtigung haben. Dazu gehören auch Personal- und Buchhaltungsdaten. Eine sehr kleine Anzahl der Befragten gab zu, ohne Erlaubnis auf bestimmte Informationen im Netzwerk zuzugreifen. Die Anwesenheit von nur einem solcher Innentäter in einem Unternehmen kann bereits ernsthafte Konsequenzen sowohl für die IT-Sicherheit als auch die Integrität vertraulicher Unternehmensinformationen haben.
"Wir stellen fest, dass die überwiegende Mehrheit der Angestellten sich überhaupt nicht bewusst ist, welcher Gefahr das Unternehmens-IT-Netzwerk ausgesetzt wird", erklärte Isabell Unseld, PR Manager bei McAfee "Unternehmen müssen daher sowohl ihre Angestellten erziehen, wie die IT-Ressourcen risikofrei zu nutzen sind, als auch Technologielösungen nutzen, die gewährleisten, dass infizierte Geräte nicht an das Netzwerk angebunden werden."