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Experten: Strompreiserhöhungen lassen sich wohl nicht verhindern
22. Dezember 2005 - 13:01 Uhr

Wetzlar - Mehr als drei viertel der deutschen Stromversorger wollen zum Jahresbeginn ihre Preise anziehen. Und auch wenn sich Hessens Wirtschaftsminister Rhiel mit seiner pauschalen Ablehnung aller eingereichten Erhöhungen derzeit bei den Wählern beliebt macht, erwarten Experten nicht, dass flächendeckende Strompreissteigerungen verhindert werden können. "Viele Länder haben die beantragten Preiserhöhungen bereits genehmigt, so dass sich die Haushalte auf durchschnittlich einen Cent mehr pro Kilowattstunde Strom einstellen sollten", beurteilt Annika Krisp vom Onlineportal strom-magazin die momentane Situation.

Wer sich von den Preiskapriolen im Energiemarkt unabhängig machen will, dem bleibe nur eins: Den Wettbewerb auf dem Strommarkt nutzen und den Anbieter wechseln. "Die Verbraucher unterschätzen ihre Marktmacht und nehmen die Chance, ihrem angestammten Versorger durch einen Wechsel ihre Unzufriedenheit zu demonstrieren, kaum wahr", weiß die Energie-Expertin aus Wetzlar. "Wozu sollen die Regionalversorger attraktive Preise kalkulieren, wenn sowieso nur wenige Kunden abwandern?"

Krisp ist überzeugt davon, dass viele Verbraucher eine völlig falsche Vorstellung davon haben, was bei einem Anbieterwechsel auf sie zukommt: "Viele denken, das sei mit großem Aufwand verbunden und berge zudem die Gefahr, irgendwann im Dunkeln zu sitzen. Das ist falsch", sagt Krisp, die im Selbstversuch bereits mehrfach den Stromanbieter wechselte. Die im Internet zahlreich vorhandenen Tarifrechner bieten alle nötigen Informationen und zeigen sowohl momentane Stromkosten als auch sämtliche Alternativen. "Die Verbraucher werden sich wundern, wie viel sie bei einem Wechsel sparen könnten", erklärt Krisp. Dabei wurde der Wechselprozess in den letzten Jahren optimiert. "Der oft gehörte Satz 'Der Wettbewerb auf den Strommarkt funktioniert nicht' bedeutet nicht, dass wer wechseln will nicht problemlos wechseln kann."



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