Die Fraktionsvorsitzenden der Linkspartei, Gregor Gysi und Oskar Lafontaine, haben erneut eine stärkere Kontrolle der Finanzmärkte gefordert. Bei einer Feier zu seinem 65. Geburtstag sagte Lafontaine am Sonntagabend in der saarländischen Gemeinde Ensdorf, es sei nun deutlich geworden, «dass der Finanzkapitalismus am Ende ist». Deshalb müsse die Linke wieder gestaltende Kraft in Deutschland werden.
Gysi erinnerte an Lafontaines Konflikt als Bundesfinanzminister mit dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder über die Frage, ob man die Finanzmärkte regulieren oder frei laufen lassen solle. Gysi kritisierte, die SPD habe nicht die Kraft, einzuräumen, dass Lafontaine in dieser Frage Recht gehabt habe. «Die Zeche zahlen wir alle, besonders aber die US-Bürger», erklärte er.
Gleichzeitig würdigte Gysi seinen Parteifreund als einen «herausragenden Politiker Deutschlands und Europas», der sich in seinem Leben alles selbst erarbeitet habe.
Zu den weiteren Gratulanten bei der Feier, zu der die Spitze der Bundestagsfraktion in ein Bergmannsheim eingeladen hatte, gehörten Parteichef Lothar Bisky, der frühere «Tatort»-Kommissar Peter Sodann und der Betriebsratsvorsitzende des Bergwerks Saar, Jürgen Becker. Unter den Gästen waren auch der SPD-Sozialexperte Rudolf Dreßler sowie zahlreiche SPD-Weggefährten aus der Regierungszeit Lafontaines als saarländischer Ministerpräsident, darunter Ex-Landtagspräsidenten, Minister und Staatssekretäre.
