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22. Mai 2007
Verdacht auf Organhandel: Ermittlungen gegen Essener Chefarzt
Essen - Wegen des Verdachts auf unlautere Geschäfte bei einer Organtransplantation ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen Chefarzt der Uniklinik Duisburg-Essen. Die Verwandten einer schwer krebskranken Frau sollen eine fünfstellige Spende gezahlt haben, um eine schnellere Lebertransplantation zu erreichen, wie eine Sprecherin der Essener Staatsanwaltschaft am Dienstag bestätigte. Auch gegen einen Oberarzt werde ermittelt. Zudem soll der Chefarzt schnelle Behandlungstermine gegen Geldspenden vergeben haben.
Inzwischen wisse man von zehn bis zwölf Fällen, in denen der Chefarzt Spenden an die Klinik zwischen 5.000 und 10.000 Euro für die Vergabe von Behandlungsterminen gefordert haben soll. Diese Gelder seien auf Konten des Klinikums geflossen. Ermittelt wird laut Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Vorteilsnahme, der Erpressung und der versuchten Erpressung.
Bekannt geworden waren als erstes die Vorwürfe einer Krebs-Patientin, die sich zunächst vergeblich um einem Operationstermin bemüht haben soll. Nach drei geplatzten Terminen soll der Kassenpatientin gegen eine 5.000-Euro-Spende ein Platz angeboten worden sein.
Die Universität Duisburg-Essen hatte angekündigt, man wolle «in größter Eile und mit der notwendigen Sorgfalt» den Vorwürfen nachgehen. Auch der nordrhein-westfälische Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart erklärte, die Vorwürfe müssten mit aller Konsequenz aufgeklärt und gegebenenfalls geahndet werden.
Der Staatsanwaltschaft zufolge haben sich in den vergangenen Tagen noch zahlreiche weitere mögliche Betroffene gemeldet. «Jetzt müssen wir prüfen, ob das vergleichbare Fälle sind», sagte die Sprecherin. Zudem untersuche die Ermittlungskommission die Unterlagen zu den betroffenen Konten. «Das ist eine sehr zeitaufwendige Sache.»

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