Bayerische Hausärzte planen kollektiven Ausstieg aus Kassen
veröffentlicht am 22.01.2008

Die meisten bayerischen Hausärzte sollen ihre Kassenzulassungen nächste Woche zurückgeben. Verbandschef Wolfgang Hoppenthaller sagte den «Nürnberger Nachrichten» (Mittwochsausgabe), zum kollektiven Ausstieg erwarte er 6.000 der 8.500 bayerischen Hausärzte am 30. Januar in Nürnberg.
München - Die meisten bayerischen Hausärzte sollen ihre Kassenzulassungen nächste Woche zurückgeben. Verbandschef Wolfgang Hoppenthaller sagte den «Nürnberger Nachrichten» (Mittwochsausgabe), zum kollektiven Ausstieg erwarte er 6.000 der 8.500 bayerischen Hausärzte am 30. Januar in Nürnberg. Die Patienten «werden ganz normal bei uns weiter behandelt»: Die Kassen seien verpflichtet, die Versorgung der Patienten sicherzustellen und den Ärzten künftig den einfachen Gebührensatz für Privatpatienten zu bezahlen.
Bisher würden den Vertragsärzten Arbeitsbedingungen und Honorare von den Kassen diktiert, und mit dem Gesundheitsfonds 2009 drohe ein Honorarabsturz, sagte Hoppenthaller. Heute bekomme ein Hausarzt von den Ersatz- und Betriebskrankenkassen 45 Euro pro Patient und Quartal, «egal, wie oft er kommt». Das mache 15.000 Euro im Monat für den Arzt, drei Mitarbeiter, Betriebskosten, Alters- und Krankheitsvorsorge. «Im Prinzip bleibt da nichts übrig. Das heißt, wir leben von den etwas besseren Honoraren der AOK und LKK und von Not- und Wochenenddiensten», sagte Hoppenthaller.
Er hoffe, dass nächste Woche mindestens 70 Prozent der Hausärzte ihre Zulassung zurückgeben und damit den kollektiven Ausstieg aus dem Kassensystem erklären. «Wenn nur 3.000 Ärzte kommen oder wir es in keinem Bezirk schaffen sollten, dass mindestens 70 Prozent der Hausärzte ihre Zulassung zurückgeben, trete ich zurück», kündigte der Verbandschef an.
(© AP)



Gerry Weber verzeichnet starkes Weihnachtsgeschäft
Paketdienste melden gutes Weihnachtsgeschäft
Weihnachtsgeschäft hat in vergangener Woche deutlich zugelegt
Einzelhandel erfreut über "Schlussspurt" im Weihnachtsgeschäft

